Neues Landratsamt-Gebäude in Pforzheim: Bauarbeiten vorübergehend gestoppt
Eigentlich soll das Sozialdezernat des Enzkreises 2028 in den Neubau an der Pforzheimer Ebersteinstraße ziehen. Doch derzeit ruhen die Arbeiten: Im Bereich der geplanten Tiefgarage sind weitere Prüfungen notwendig. Ob der bisherige Zeitplan gehalten werden kann?
Wer an der westlichen Bahnhofsunterführung in Pforzheim zur Güterstraße emporsteigt, für den ist die Baustelle an der Ebersteinstraße kaum zu übersehen. Hier baut die Sparkasse Pforzheim Calw als Bauherr auf einem Grundstück des Enzkreises ein modernes Verwaltungsgebäude, in das dereinst das gesamte Sozialdezernat des Landratsamts einziehen soll.
Anfang 2025 sprach die Erste Landesbeamtin Hilde Neidhardt davon, dass man mit einer Fertigstellung des Gebäudes im zweiten Quartal 2028 und einem Einzug Mitte 2028 rechne. Die „Pforzheimer Zeitung“ hat nachgefragt, ob dieser Zeitplan nach wie vor realistisch ist.
Prüfungen im Bereich der Tiefgarage notwendig
Seitens des Landratsamtes heißt es dazu: „Im Zuge der komplexen Bauarbeiten im Bereich der geplanten Tiefgarage wurden laut der Sparkasse als Bauherrin bauphysikalische Prüfungen notwendig, die ein weiteres Vorgehen ohne detaillierte Analyse nicht zulassen. Zur Sicherstellung höchster Qualitätsstandards haben die Verantwortlichen den Bau vorübergehend gestoppt.“
Sparkasse nennt keinen neuen Fertigstellungstermin
Weiter heißt es, die Sparkasse Pforzheim Calw arbeite eng mit erfahrenen Fachplanern zusammen, um die Untersuchungen zügig abzuschließen. Sobald die Ergebnisse vorlägen, würden die Bauarbeiten wieder aufgenommen. Eine PZ-Nachfrage dazu bei der Sparkasse ergab, dass derlei Prüfungen bei solchen Großprojekten üblich seien – wie auch der Baustopp, bis die Ergebnisse vorhanden sind. Angaben zum voraussichtlichen Fertigstellungstermin wollte man seitens der Bauherren aber nicht machen.
Auch bestehende Tiefgarage bereitet Sorgen
Und wie steht es um die Tiefgarage des Landratsamts, deren eher schlechter Zustand im Juli Thema im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss (VWA) war? Hier verweist das Landratsamt auf den damals getroffenen Planungsbeschluss. Aktuell erarbeite man, so Kreis-Pressesprecherin Sabine Burkard, „eine entscheidungsreife Vorlage mit technisch und wirtschaftlich vertretbaren Varianten und/oder einer abschnittsweisen Vorgehensweise für die Sanierung der Tiefgarage – einschließlich der jeweiligen Kostenberechnungen“. Neidhardt war im Juli von Kosten bis zu elf Millionen Euro für die Sanierung ausgegangen. Über das Ob und den etwaigen Umfang der Sanierung soll der Kreistag voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 entscheiden.
Die Tiefgarage, die unter dem Ebersteinstraßen-Neubau entsteht, muss zwangsläufig mit der Landratsamtsgarage verbunden werden – die Ein- und Ausfahrt wird wohl dort erfolgen.
