Gemeinden der Region
Mühlacker -  24.08.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Neues Seniorenzentrum in Mühlacker: 75 Pflegeplätze und zahlreiche Wohnungen entstehen

Mühlacker. Es war mehr als ein gewöhnlicher Termin im Baukalender: Als am Donnerstag nach altem Brauch das Richtfest beim Bau des Seniorenzentrums St. Franziskus auf der Ziegelhöhe gefeiert wurde, markierte das für Bauherren, die künftigen Betreiber und die Vertreter der Stadt Mühlacker einen besonderen Moment. Festredner betonten, dass nicht nur ein Gebäude, sondern vielmehr ein Ort der Begegnung vor allem aber ein Zuhause für ältere Menschen entsteht.

Verschiedene Wohn- und Betreuungsformen finden im Neubau des Seniorenzentrums St. Franziskus Platz.
Verschiedene Wohn- und Betreuungsformen finden im Neubau des Seniorenzentrums St. Franziskus Platz. Foto: Ulrike Stahlfeld

„Mit dem Seniorenzentrum St. Franziskus und der Seniorenwohnanlage Seniorenwohnen Ziegelhöhe entsteht hier ein Ort, der weit mehr ist als ein Bauprojekt. Hier entsteht ein Stück Zuhause“,

betonte in seiner Begrüßungsrede Roy Lilienthal, Geschäftsführer der GSW.

Das Haus werde zu einem Ort, an dem ältere Menschen gut versorgt werden, sicher wohnen und Teil einer lebendigen Gemeinschaft bleiben können, beschrieb er das rund 18,8 Millionen Euro teure Projekt.

Das Projekt der GSW – Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Bauträgerunternehmen des VdK, auf der Ziegelhöhe in Mühlacker besteht aus zwei durch eine Tiefgarage verbundene nach modernsten Standards geplanten Gebäuden. Wie Lilienthal weiter sagte, entstehen im Seniorenzentrum 75 Pflegeplätze in Einzelzimmern, eine Tagespflege mit 15 Plätzen und 30 angeschlossene Altenwohnungen. Ergänzt werde dieses Angebot durch 39 seniorengerechte Wohnungen der Seniorenwohnanlage in einem separaten Gebäude.

Verschiedene Wohnformen

„Damit verbinden wir unterschiedliche Formen des Wohnens und der Betreuung an einem Standort“, betonte der Geschäftsführer vor rund 100 Gästen. Pflege, Wohnen, Betreuung und Begegnung würden verbunden und man gebe älteren Menschen die Möglichkeit, möglichst lange selbstbestimmt zu leben und zugleich die Hilfe zu bekommen, die sie brauchen. Bereits in der Projektierungsphase sind nach seinen Angaben über 100 Anfragen für die seniorengerechten Eigentumswohnungen vor allem aus Mühlacker eingegangen: „Das Interesse ist hoch.“ Pia Theresia Franke, Vorständin der Paul Wilhelm von Keppler-Stifung, hob hervor, dass es sich mit dem breiten Angebot um weit mehr als um einen Ersatzbau für das bisherige Seniorenzentrum handelt. Pflege dürfe nicht aus der Gesellschaft hinausführen, deshalb stelle für sie die Begegnungsstätte ein wichtiger Bestandteil des Bauvorhabens dar. Dieser Bauteil werde nicht gefördert und könne nur durch das Engagement der mittlerweile verstorbenen großherzigen Erika Langner realisiert werden.

Mühlackers Bürgermeister Armin Dauner erinnerte sich noch gut an den Anruf im Jahr 2009, als ihm mitgeteilt wurde, dass in Mühlacker die Ziegelproduktion stillgelegt werden soll. Bald habe man erkannt, welche Chancen in der frei werdenden Fläche von 20 Hektar steckten. Auch er unterstrich die Bedeutung des Seniorenzentrums an zentraler Stelle gleich neben dem künftigen Quartiersplatz und in der Nähe zum geplanten städtischen Kindergarten.

Das St. Franziskus-Seniorenzentrum habe in der Stadt einen guten Namen und man sei als Stadt dankbar für das Engagement an neuer Stelle. Dankbar sei man auch der GSW für den Bau der Eigentumswohnungen, das sei keinesfalls selbstverständlich. Die Wohnungen stellten einen wichtigen Baustein in der Entwicklung der Stadt dar.

Als Aufsichtsratsvorsitzender der GSW und stellvertretender Vorsitzender des Sozialverbandes VdK Baden-Württemberg betonte Jürgen Neumeister, dass eine gute und sichere Versorgung im Alter kein Privileg sein dürfe. Mit dem Neubau werde die Versorgung älterer Menschen nachhaltig verbessert. Axel Kramer, Prokurist der ausführenden Weisenburger Bau GmbH, erinnerte an den Baustart im Spätjahr 2025. Mittlerweile blicke man auf 13.000 Kubikmeter umbauten Raum, es entstehe dringend benötigter Wohnraum, betonte der Bereichsleiter Ausbau, bevor Polier Thomas Friedrich den Richtspruch verlas und alle Redner symbolisch den letzten Nagel in ein Brett einschlugen und damit den Rohbau offiziell vollendeten. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.

VG WORT Zählmarke