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Pforzheim -  18.07.2024
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Neues Weingut, neuer Wirt, neue Getränke: Das ist dieses Jahr anders beim Oechsle Fest

Pforzheim. Fünf Wochen und einen Tag vor Beginn des Oechsle Fests laden die Organisatoren in die Teigwarenfabrik „Jeremias“. Geschäftsführer Guido Jeremias ist Hauptsponsor und blickt mit Vorfreude auf das Weinfest, das in diesem Jahr zum 37. Mal in Pforzheim stattfindet. 1986 vom Hotel- und Gaststättenverband initiiert, wird das Fest seit 2009 vom „Wirtschaft und Stadtmarketing“ Pforzheim (WSP) organisiert. Am 23. August öffnen am Marktplatz zehn Weinlauben zwischen 11 und 23 Uhr. Samstags sogar bis Mitternacht.

PK Jeremias Oechsle Fest
Schonmal anstoßen: In den Räumen der Jeremias Teigwarenfabrik stimmen sich die Oechsle Fest-Macher auf die Sause ein: WSP-Direktor Oliver Reitz, Annette De Gaetano, Guido Jeremias, Daniela Baumann und Frank Daudert (von links). Foto: Foto: Meyer

Trend geht zu weniger Alkohol

Pforzheim sei nun eine „Schorle-Stadt“, sagt Frank Daudert, der Wirte-Sprecher des Oechsle Fests, und wer nicht ganz so trinkfest ist, aber einen guten Schluck des neuen „Oechsle Rosé“ probiert hat, versteht warum: Purer Wein knallt rein – besonders bei sommerlichen Temperaturen wie jetzt. Noch nie haben junge Menschen in Deutschland seit Messbeginn der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung so wenig Alkohol getrunken wie heute. Laut einer Statista-Umfrage konsumieren Jugendliche und junge Erwachsene im Vergleich zu ihren Eltern und Großeltern insbesondere weniger Wein und Bier.

Doch das Trinkverhalten wird nicht nur weniger, es verlagert sich auch: Mischgetränke wie „Aperol“ oder „Lillet“ liegen voll im Trend und verdrängen bei den Jungen vermehrt das edle Glas Rotwein oder das herbe Pils.

Was bedeutet diese Entwicklung für das Oechsle Fest, das sich ja ganz um das Thema Wein dreht? „Uns ist in den letzten Jahren die vermehrte Nachfrage nach Mischgetränken aufgefallen“, sagt Wirt Daudert – und man wolle reagieren. Deshalb haben sich die Wirte der diesjährigen Oechsle Fest-Ausgabe auf die „Sommerschorle“ geeinigt: Wein, Sprudel, Limette, Minze und Holunder. Diese Mischung soll frisch sein und auch die jungen Festbesucher ansprechen, sagt Anette De Geatano vom „WSP“ und ergänzt: „Wir wollen, dass sich bei uns ältere und jüngere Menschen eingeladen fühlen und gemeinsam feiern“.

Fünf Wochen vor Eröffnung des Oechsle Fests am Marktplatz seien die Organisationen fast abgeschlossen und alles bereit, sagt Oliver Reitz, Direktor Wirtschaft Stadtmarketing Pforzheim (WSP). Das kulinarische Angebot bleibe wie immer vielfältig und wie beim Alkohol gehe der Trend Richtung „leicht“. Deshalb wird es neben Käsespätzle und Sauerbraten auch mehr Salatvariationen geben.

Neuer Wirt, neuer Winzer

Auch ein neuer Wirt ist dabei – in Pforzheim kein Unbekannter: Alldyz Korqaj – Betreiber von „Platzhirsch“ und „Bootspick“ –, wird zwischen „C&A“ und „L’Osteria“ die „Platzhirsch-Lauben“ eröffnen. Zudem konnte für das insolvente Weingut „Sonnenhof“ aus Vaihingen einen Nachfolger gefunden werden: Das Weingut „Jaggy“ aus Ötisheim kreiert jetzt den Rotwein für das Fest. Neben den großen und kleinen Premieren findet auch ein rundes Jubiläum statt: der 250. Geburtstag von Christian Ferdinand Oechsle.

Der Pforzheimer Goldschmied und Erfinder – früher nannte man Männer wie ihn „Mechanikus“ – entwickelte ein Verfahren, um den Zuckergehalt im Traubenmost zu ermitteln. Generell gilt: Je höher der Oechsle-Grad, desto süßer sind die Trauben und alkoholreicher der Wein. Und noch heute wird in Deutschland, der Schweiz, Lichtenstein und Luxemburg der Oechsle-Grad bei der Weinproduktion verwendet.

Autor: Leon Malik Koss