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Pforzheim -  18.09.2026
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Nicht smart, aber vielleicht immerhin etwas sexy: Pforzheim rankt sich zur Scheidungsmetropole hoch

Pforzheim. Mehr oder weniger gut kommt Pforzheim in mehr oder weniger seriösen Rankings weg, das ist nichts Neues. Vor allem Leute, deren Humorniveau dem Kindergarten – und zwar dem fiesen der 70er-Jahre mit talentierten Junior-Mobbern, Juckpulver, Stinkbomben und so – nie entwachsen sind, delektieren sich seit jeher am Namen unserer Stadt. „Pforz!... Haha... das ist ja zum... das ist ja der blödeste Stadtname aller Zeiten.“ Auch das Trash- und Unterschichten-TV (witzigerweise meist aus und für NRW, dem Mutterland abgehalfterter Städte) versucht sich bisweilen daran, seine verbliebenen Einschaltenden mittels billiger und oft schlecht gemachter Späße vom eigenen Elend abzulenken, weil einen kurzen Moment lang jemand anderes total das Opfer ist. Es gibt aber auch zahlenmäßig belegte Rankings, in denen Pforzheim nicht ganz supergut abschneidet.

Pforzheim und die (Heimat-)Liebe: Beziehungsstatus kompliziert. Aber mal ehrlich: Einfach kann jeder, oder? Und ganz schnell wird’s langweilig.
Pforzheim und die (Heimat-)Liebe: Beziehungsstatus kompliziert. Aber mal ehrlich: Einfach kann jeder, oder? Und ganz schnell wird’s langweilig. Foto: Meyer

Trotz aller Bemühungen war das ja neulich im Smart-City-Index der Fall, als der Branchenverband Bitcom unserer Stadt bescheinigte, als Schlaustadt eher durchzufallen. Als neueste Statistik zweifelhafter Ehren landete dieser Tage eine Veröffentlichung des ebenfalls mehr oder weniger seriösen Portals „erotic.com“ über Scheidungsraten deutscher Großstädter in der PZ-Redaktion. Man ahnt es: Pforzheim spielt da ganz vorne mit: Platz 7 von 102 untersuchten Metropolen.

Spitzenreiter in der Veröffentlichung mit dem Titel „Trennungsatlas Deutschland“ ist das sozial wie wirtschaftlich schwer gebeutelte Bremerhaven, gefolgt von Leverkusen. Unter den Top 20 dominieren Städte aus dem Ruhrgebiet und aus Ostdeutschland. Dazu eben, nunja, Pforzheim. Einen soziologischen Erklärungsansatz liefert die Studie auch gleich mit: „Strukturwandel-Regionen mit geringerem Durchschnittseinkommen und höherer Arbeitslosigkeit zeigen bundesweit tendenziell höhere Scheidungsraten. Wirtschaftlicher Druck bleibt einer der stärksten Prädiktoren für Trennungen.“ Weil nämlich, wie die Psychologin Borbala Rozsnyik dazu ausführt: Finanzieller Druck kann langfristig zum Beziehungsproblem werden. „Anhaltende Unsicherheit, die Angst vor Arbeitslosigkeit oder das Gefühl, als Familie ständig an der Belastungsgrenze zu leben, können einen dauerhaften Stresszustand erzeugen. Die Partner reagieren dann häufig gereizter, Konflikte entstehen schneller, und gleichzeitig bleibt weniger emotionale Kraft für Zuwendung, Intimität und gemeinsame Problemlösungen.“

Was aber natürlich den Aspekt vernachlässigt, dass eines der Hauptmotive für Trennungen immer noch das Fremdgehen ist. Und dafür ist schließlich eine gewisse Grundattraktivität vonnöten. Was uns zu Klaus Wowereit führt, als früherer Regierender Bürgermeister von Berlin vermutlich profiliertester Fürsprecher aller bespöttelten Städte mit seinem „arm, aber sexy“. Merke: Auch gute Vermarktung ist smart.

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