Gemeinden der Region
Enzkreis -  19.02.2021
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Nordschwarzwald als Modellregion für Covid-Behandlung

Pforzheim/Enzkreis/Calw. Die Region Nordschwarzwald ist Modellregion für die Behandlung von an Sars-Covid 19 erkrankten Patienten. Diese sollen selbstständig dreimal täglich Werte wie Temperatur, Herz- und Atemfrequenz sowie den kritischen Wert der Sauerstoffsättigung an ihren betreuenden Arzt übermitteln, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Regionalverbands Nordschwarzwald.

Corona-Patienten sollen ihren Ärzten bei dem Projekt Daten wie Körpertremperatur und Herzfrequenz melden.
Corona-Patienten sollen ihren Ärzten bei dem Projekt Daten wie Körpertremperatur und Herzfrequenz melden.

Nach Angaben des Verbandes erhält die betreuende Praxis in einer Übersicht die Zusammenfassung der Werte der von ihr überwachten Patienten mit farblicher Markierung bei Verschlechterung einzelner Parameter. Damit haben die Ärzte ohne Aufwand einen ständigen Überblick über den Zustand ihrer Covid-Patienten und sehen, welche intensiver beobachtet oder gar ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

„Dies hat unschätzbare Vorteile sowohl für die Patienten als auch die behandelnden Ärzte: Die Nachsorge wird sehr eng geführt. Arzt und Patient sind ständig im Austausch und Veränderungen der Werte werden sehr schnell bemerkt“, unterstreicht Professor Dr. Oliver Opitz von der Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg an der Universitätsmedizin Mannheim/Universität Heidelberg, der das Projekt betreut.

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat angekündigt, die Umsetzung dieses Projekts mit einem Millionenbetrag zu fördern. Dadurch können die Geräte, sogenannte Pulsoximeter, bereitgestellt und die Ärzte mit der entsprechenden Software ausgestattet werden. Klaus Mack, Verbandsvorsitzender des Regionalverbands Nordschwarzwald, freut sich hierüber ganz besonders: „Erneut übernimmt die Region Nordschwarzwald bei innovativen Gesundheitslösungen im Land eine Vorreiterrolle.“ Denn hier kommt das System zunächst zum Einsatz, bevor es im ganzen Land ausgerollt werden soll. Dabei handelt es sich um ein technisch ausgereiftes System, welches bereits in kleinerem Maßstab in England und in anderen Bundesländern getestet wurde. Von dort berichten Hausärzte durchweg positiv, wie etwa dieser Arzt aus Greifswald: „Eine Fernbetreuung unserer Covid-19-Patienten entlastet unsere Praxis spürbar und gewährleistet trotzdem eine optimale Betreuung.“

Auch wird das Risiko von weiteren Ansteckungen erheblich gemindert, wie dieser Arzt aus Marburg berichtet: „Unsere Wartezimmer sind leerer, was auch das Infektionsrisiko für andere Patienten senkt. Die Behandlung kann zudem viel gezielter erfolgen, weil wir täglich neue Messdaten von den Patienten erhalten und so sehr viel besser auf die individuelle Situation eingehen können.“ Klaus Mack erläutert, wie es nun weitergeht: „Wir haben jüngst im Schulterschluss mit dem Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim sowie den Landräten alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der ganzen Region Nordschwarzwald über diese Lösungen informiert. Wir hoffen nun, dass diese möglichst zahlreich von dieser für Ärzte und Patienten kostenlosen Technologie Gebrauch machen“, so Mack abschließend. pm

Interessierte Ärzte wenden sich direkt an die Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg (info@telemedbw.de) oder (0621) 383-8192.

Autor: pm