„Ohne uns läuft es nicht": Maler- und Lackiererinnung Pforzheim-Enzkreis
Pforzheim. Der Jahresbericht von Obermeister Heiko Seiter zeigte die vielfältige Arbeit der Maler- und Lackiererinnung Pforzheim-Enzkreis auf. In seiner Rede im Gasthaus „Stadt Pforzheim Bären“ beschrieb Seiter sein Handwerk „in einer Phase der Modernisierung“.
Er unterstrich: „Wir bewahren das traditionelle Können, öffnen uns aber gleichzeitig für neue Technologien und Marktbedürfnisse. Die Betriebe, die Flexibilität zeigen und in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, werden auch in den kommenden Jahren erfolgreich sein. Unser Handwerk hat eine goldene Zukunft, weil Qualität und persönliche Beratung durch nichts zu ersetzen sind“.
Zuvor hatte er in seinem Rückblick die Höhepunkte des Innungsjahres 2025 Revue passieren lassen. Er nannte die Gesellenschulung zu Beschichtungstechniken und nachhaltigen Materialien, die zweitägige „Besuchermeile“ in der Alfons-Kern-Schule, sowie, im Herbst die Gesellenfreisprechung in der Kulturhalle Remchingen und die Ehrungen verdienter Kollegen Mitte November im Volksbankhaus.
Mit Blick auf das Jahr 2026 führte Seiter aus: „Während der Wohnungsbau bundesweit weiterhin mit hohen Zinsen und bürokratischen Hürden zu kämpfen hat, zeigt sich das Malerhandwerk, und zeigen sich insbesondere unsere Betriebe in der Region, ziemlich stabil.“
Die Stärke liege im Bestand – über 80 Prozent des Umsatzes generiere man aus Sanierungen, Modernisierungen und aus der Gestaltung von Lebensräumen im privaten Sektor.
Zur KI und Digitalisierung berichtete er: „Was vor zwei Jahren noch nicht als realisierbar erschien, ist inzwischen in vielen Betrieben angekommen. Künstliche Intelligenz unterstützt uns beim Aufmaß, bei der Kalkulation und sogar bei der Farbentwurfsplanung“. Die Herausforderung sei nicht mehr die Technik selbst, sondern der Mut, diese Mittel effizient in den Betriebsablauf zu integrieren.
Beiratsmitglied Eric Schach äußerte sich ähnlich: „Wir können auf Dauer nur bestehen, wenn unsere Arbeit auch den Wert erhält, den sie verdient. Ein Schlüssel liegt in der Effizienz. Digitalisierung, bessere Planung und moderne Arbeitsmethoden können helfen, Zeit und Kosten zu sparen“.
Außerdem machte er für seine Innung selbstbewusst deutlich: „Ohne uns läuft es nicht. Ohne das Maler- und Lackiererhandwerk gibt es keine Sanierung, keine Gestaltung, keinen Werterhalt. Wir sind nicht das Problem, wir sind ein Teil der Lösung“.
Alle Formalien verliefen reibungslos, die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung erfolgte einstimmig, Wahlen standen nicht an. An der Jahreshauptversammlung in Eutingen nahmen neben den aktiven Innungsmitgliedern auch Ehrenobermeister Peter Scherberger, Achim Mink von der Technischen Beratungsstelle des Landesinnungsverbands, Stuttgart, IKK-Regionalgeschäftsführer Jürgen Böttle sowie, von der Alfons-Kern-Berufsschule, die Schulleiterin Brigitta Nick sowie die Abteilungsleiterin Silke van Damme und die technischen Lehrer Armin Kelm und Steffi Müller teil.
