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Unterreichenbach -  21.10.2026
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PZ-Serie "Hinterm Ortsschild" in Unterreichenbach: Viel mehr als nur ein Durchfahrtsort

Unterreichenbach. Zwischen Pforzheim und Calw liegt Unterreichenbach. Die schöne Natur und zahlreiche Wanderwege laden zum Entspannen und Entdecken ein. Doch auch die Feste und der besondere Zusammenhalt machen die Gemeinde besonders.

Nur wenige Gehminuten vom Parkplatz an der „Blauen Brücke“, wie Gregory Siaud sie nennt, entfernt, liegt direkt an der Nagold eine große Wiese. Der Parkplatz befindet sich am Ortsausgang von Unterreichenbach in Richtung Schellbronn. Schon auf dem Weg zu dem historischen Ort, den Siaud gerne besucht, zeigt sich die besondere Kulisse. Auf der einen Seite rauscht die Nagold vorbei, während direkt über den Köpfen eine alte, mittlerweile etwas rostige Eisenbahnbrücke über den Fluss führt. Siaud, der Vorsitzender des Musikvereins Unterreichenbach ist, kommt gerne hierher. Besonders gefällt ihm der Blick auf das „alte Unterreichenbach“, den man von dort aus genießen kann. Gerade im Sommer eignet sich der Ort für ein gemütliches Picknick oder um mit dem Hund auf der Wiese zu spielen. Wer lieber etwas aktiver unterwegs ist, kann auch den Radweg nutzen, der direkt unter der Brücke am Fluss entlangführt. Doch nicht nur der Blick auf den alten Ortskern erinnert an die Geschichte Unterreichenbachs. Auch das Wehr, das man von der Wiese aus sehen kann, spielte früher eine wichtige Rolle. Denn genau hier fuhren einst die Flößer mit ihren Flößen die Nagold hinunter. Ganz verschwunden ist diese Tradition aber nicht.

Denn auch heute noch fahren hier alle drei Jahre Flöße über die Nagold, nämlich beim Talhubenfest. Laut der Internetseite der Gemeinde Unterreichenbach fand das Fest erstmals 1978 statt. Ins Leben gerufen wurde es, um an die mehr als 600 Jahre alte Flößertradition des Ortes zu erinnern. Für Siaud ist das Fest bis heute etwas Besonderes. „Ich finde es toll, dass die Flößer diese Tradition schon so lange wahren“, erzählt er. Auch die örtlichen Vereine beteiligen sich und bieten den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Das Highlight ist für Siaud aber die Abschlussfahrt der Flößer. „Bei der Abschlussfahrt stehen Hunderte von Leuten hier und schauen zu“, erzählt er. Besonders spannend werde es, wenn die Flößer mit ihrem Boot das Wehr hinunterfahren. Dabei würden sie sich, wie Siaud findet, sogar ein Stück weit in Lebensgefahr begeben. Gerade das mache die Fahrt für ihn jedes Mal zu einem aufregenden Erlebnis.

Unterreichenbach ist für viele Menschen vor allem ein Ort, durch den sie auf dem Weg von Pforzheim nach Calw oder umgekehrt fahren. Doch die Gemeinde hat deutlich mehr zu bieten, findet Siaud. Besonders die Natur rund um Unterreichenbach schätzt er sehr. Gerne ist er auf den zahlreichen Wanderwegen in und um die Gemeinde unterwegs. Eine seiner Lieblingsstrecken beginnt an der Tannberghalle und führt zunächst nach Bieselsberg. Von dort aus geht es durch das Kapfenhardter Tal wieder zurück in die Gemeinde. Kleine Bäche, viel Grün und die ruhige Natur machen die Strecke besonders schön. Doch nicht nur die Natur macht Unterreichenbach für Siaud zu einem besonderen Ort, denn die Gemeinde hat noch viel mehr zu bieten. Abseits des Talhubenfests gibt es zum Beispiel auch das Candlelight-Konzert in der Kirche Anfang November.

Was Siaud an solchen Veranstaltungen immer wieder zu spüren bekommt und besonders schätzt, ist der Zusammenhalt innerhalb des Ortes und zwischen den Vereinen. „Die Vereine freuen sich über den Erfolg des anderen. Das ist nicht selbstverständlich und etwas ganz besonderes“, erzählt er. Ob die schöne Natur, die Gastronomie oder das familiäre Zusammenleben – Siaud findet es toll, dort zu wohnen. Deshalb kann er jedem nur ans Herz legen, vorbeizuschauen. Denn für ihn ist Unterreichenbach: mehr als nur ein Durchfahrtsort.

Die drei Insidertipps zu Unterreichenbach

Ein historischer Ort: Nur ein paar Gehminuten von der „Blauen Brücke“ entfernt liegt direkt an der Nagold eine große Wiese. Für Gregory Siaud ist sie ein besonderer Ort zum Entspannen. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf das „alte Unterreichenbach“ und die Eisenbahnbrücke. Gerade im Sommer eignet sich die Wiese super für ein Picknick. Auch das Wehr, welches direkt daneben liegt, erinnert an die Geschichte der Gemeinde.

Das Talhubenfest: Alle drei Jahre feiert Unterreichenbach mit dem Talhubenfest seine 600 Jahre alte Flößertradition. Schon seit 1978 wird das Fest hier gefeiert, bei dem sich auch die örtlichen Vereine beteiligen. Für Gregory Siaud ist vor allem die Abschlussfahrt der Flößer ein besonderes Erlebnis. Wenn die Flöße das Wehr hinunterfahren, schauen Hunderte Besucher gespannt zu. An dieser Veranstaltung schätzt er, dass diese Tradition so lange aufrechterhalten wird.

Besondere Atmoshäre: Unterreichenbach ist mehr als nur ein Durchfahrtsort. Davon ist Gregory Siaud überzeugt. Besonders schätzt er die vielen Wanderwege, etwa die Strecke von der Tannberghalle über Bieselsberg und das Kapfenhardter Tal zurück nach Unterreichenbach. Doch auch die Feste und das familiäre Zusammenleben machen die Gemeinde für ihn besonders. Vor allem der Zusammenhalt ist etwas, dass Unterreichenbach auszeichnet.

Drei Fragen an den Bürgermeister Lukas Klingenberg: „Wir müssen bei unseren Projekten sehr klug haushalten und Prioritäten setzen, um handlungsfähig zu bleiben“

Das eine Ereignis, über das man noch in 100 Jahren sprechen wird?

Das prägendste Ereignis unserer jüngeren Geschichte war unbestritten das verheerende Hochwasser im Jahr 1999. Doch was noch in 100 Jahren in Erinnerung bleiben wird – und worauf wir bis heute enorm stolz sind –, ist nicht die Zerstörung, sondern der beispiellose Zusammenhalt und der unbändige Wiederaufbauwille unserer Bürgerinnen und Bürger.

Welche Veranstaltung/welches Fest darf man nicht verpasst haben?

Ganz klar das traditionelle Talhubenfest – unser großes Flößerfest. Die Atmosphäre dort, insbesondere dann, wenn das 120 Meter lange Holzfloß durch das Wehr gesteuert wird, ist ein absolutes Highlight. Hier spürt man unsere Tradition und den großartigen Zusammenhalt.

Welches Thema ist aktuell die größte Herausforderung in Ihrer Gemeinde?

Die größte Herausforderung ist derzeit – wie bei vielen anderen Kommunen auch –, dass wir als kleine Gemeinde kaum Gewerbesteuereinnahmen haben, aber dennoch immer mehr Pflichtaufgaben erfüllen müssen, bei denen die finanzielle Gegenfinanzierung von oben schlichtweg nicht stimmt. Hinzu kommt unsere räumliche Situation: Wir haben kaum noch Flächen zur Verfügung, um neue Gewerbe- oder Baugebiete zu erschließen. Wir müssen daher bei unseren Projekten sehr klug haushalten und Prioritäten setzen, um handlungsfähig zu bleiben und unsere Gemeinde dennoch weiterzuentwickeln.

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