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Neulingen -  26.02.2026
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Photovoltaikanlage auf 18 Hektar: Neulingen setzt auf Solarstrom

Neulingen. Nach den Planungen der Solarparks Wiernsheim und Ölbronn, möchte auch die Gemeinde Neulingen in Sachen erneuerbare Energien nachziehen. Das hat Bürgermeister Michael Schmidt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend deutlich gemacht. In Zusammenarbeit mit der Stromernte GmbH & Co. KG, die für die Planung und Umsetzung zuständig ist, und den Stadtwerken Mühlacker, möchte man auf einem rund 18 Hektar großen Gebiet auf Gemarkung Bauschlott, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten.

Einen Solarpark, wie er auch in Neulingen geplant ist, gibt es seit Mai 2023 bereits im Ortental zwischen Iptingen und Serres.
Einen Solarpark, wie er auch in Neulingen geplant ist, gibt es seit Mai 2023 bereits im Ortental zwischen Iptingen und Serres. Foto: Röhr

Ziel dieser sei es, mithilfe einer Leistung von 20 Megawatt und rund 30.000 Modulen, Strom für etwa 6280 Haushalte zu erzeugen. „Das ist Strom für rund 18.800 Einwohner, da kommt viel Energie zusammen“, sagt Julian Schreder, Projektentwickler bei Stromernte. Die möglichen Einnahmen, die die PV-Anlage jährlich erbringen könnte, schätzte der Experte auf etwa 84.000 Euro. Zusätzlich sei es der Gemeinde möglich, Ökopunkte zu sammeln, die auf das Konto der Kommune gehen. Eine finanzielle Beteiligung der Bürger sei durch einen festen Zinssatz mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren möglich.Um den erneuerbaren Strom immer dort nutzen zu können, wo er gebraucht wird, stellte Schreder das sogenannte StromSee-Modell vor, von dem die Gemeinde profitieren könne. Dieses greife dann, wenn eine Photovoltaikanlage mehr Strom erzeuge, als vor Ort verbraucht werde. Der überschüssige Strom verteile sich daraufhin auf verbundene Standorte, an denen Bedarf bestehe und werde dort flexibel eingesetzt.

Immer die Natur im Blick

Der Standort auf Gemarkung Bauschlott eigne sich neben der guten Sonneneinstrahlung besonders gut durch seine Lage, machte Schreder deutlich. Unter anderem, weil es sich bei der Fläche nicht um ein Naturschutzgebiet handele. Dennoch sei Artenvielfalt ein wichtiges Thema, das es bei dem Projekt unbedingt zu beachten gelte. So sei es möglich, Schafe, Gänse oder Hühner unterhalb der Solar-Module weiden zu lassen. Auch Bienenstöcke könne man dort errichten, um den Platz optimal zu nutzen. Dafür müsse jedoch zunächst ein Landwirt gefunden werden, der seine Tiere dort grasen lasse, so der Experte.

SPD-Gemeinderat Thomas Seidel sieht das Projekt dennoch kritisch: „Es handelt sich hierbei momentan um eine Bewegungsfläche für Wild. Wenn die nun eingezäunt wird, fällt sie weg.“ Um Wildtieren den Platz auf der künftigen PV-Fläche nicht vollständig zu nehmen, gebe es die Möglichkeit, Wildkorridore anzulegen, so Schreder. Mit deren Hilfe würden größere Tiere das Gebiet gefahrenlos durchqueren können. Kleineren Tieren sei es ohnehin möglich, unter dem Zaun hindurchzulaufen.

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