Gemeinden der Region
Enzkreis -  10.03.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Politischer Fingerzeig: Symbolträchtiges Foto aus dem Enzkreis landet bei Kretschmann

Enzkreis. Der Haushalt 2026 des Enzkreises wurde im Dezember mit nur einer Stimme verabschiedet – der von FWV-Kreisrat Jürgen Kurz. Die restlichen Räte enthielten sich. Man wollte der Politik in Stuttgart und Berlin klar machen, dass nicht nur der Kreis, sondern auch die Städte und Gemeinden finanziell am Limit sind. Pflichtaufgaben und Einnahmen passen nicht mehr zusammen.

Kreistag Haushalt
Nur einer hebt die Hand: Mit der Stimme des ältesten Kreisrats, FWV-Mann Jürgen Kurz (Mitte), verabschiedete der Kreistag im Dezember den Haushalt 2026. Ein Zeichen des Protests wegen der kommunalen Finanznot. Foto: Meyer

Landrat Bastian Rosenau sprach im Dezember von einem deutlichen Signal, „dass es so nicht mehr weitergeht“. Der Zorn der Räte richtete sich aber auch nicht gegen sein Haus.

Jetzt hat dieses sehr symbolträchtige Abstimmungsverhalten seinen Weg bis nach Stuttgart gefunden – genauer, bis zum scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. So erzählte es zumindest Rosenau am Montag im Umwelt- und Verkehrsausschuss. Nur um dann süffisant anzumerken, dass diese Abstimmung bei seinem nächsten Gespräch mit dem Ministerpräsidenten sicher Thema werde, „wenn es noch dazu kommt“.

Es ist im Übrigen nicht das erste symbolträchtige Bild aus dem Enzkreis-Landratsamt, das zu den höheren politischen Ebenen in Stuttgart durchgedrungen ist. Zuletzt war das passiert, als die PZ den sehr komplizierten Antrag mit der Bedarfsermittlung als Papierschlange zeigte. Sie reichte im Landratsamt über vier Stockwerke. Ein Sinnbild für den Papierkrieg und Bürokratiewahnsinn, der mit dem Gesetz verbunden ist, das Menschen mit Behinderung eigentlich den Alltag erleichtern soll. Das Foto der 57-seitigen Papierschlange fand 2023 seinen Weg in die Stuttgarter Ministerien.