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Enzkreis -  30.09.2021
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Präzisionstechnik hat in Pforzheim ein neues Zuhause: Zehn-Millionen-Projekt am Campus der Hochschule eingeweiht

Pforzheim. Es tut sich was in der Goldstadt: Auf dem Campus der Hochschule Pforzheim ist das neue Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) entstanden. Bauherr des 10-Millionen-Euro-Leuchtturmprojekts ist die WSP. Durch Fördermittel der EU, Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg, sowie den Enzkreis und die in der Initiative Hochform vereinten Unternehmen konnte die Präzisionstechnik-Arena im vorgegebenen Zeitplan realisiert werden. Am Donnerstag wurde die offizielle Eröffnung mit 170 geladenen Gästen gefeiert.

Das ZPT bietet viel Platz für Forschung und Innovationen. Foto: Meyer
Das ZPT bietet viel Platz für Forschung und Innovationen. Foto: Meyer

Das ZPT ist als städtischen Gebäude im Zeitplan und im Budget errichtet worden. Wie zufrieden ist die Rathausspitze mit diesem Ergebnis?

Als Punktlandung bezeichnet der Pforzheimer Oberbürgermeister Peter Boch das Bauprojekt. „Gute Teams erzielen gute Leistungen.“ Nach einem langen Kampf um die Verwirklichung des ZPT konnte das Bauvorhaben ohne weitere Störungen oder Verzögerungen fertiggestellt werden und das trotz schwieriger Umstände aufgrund der Corona-Pandemie.

Das ZPT ist das jüngste Flaggschiff des WSP. Was macht das Gebäude so besonders?

„Was bislang fehlte, war ein Gebäude, in welchem alle Kompetenzen der Präzisionstechnik zusammengeführt werden können“, so WSP-Chef Oliver Reitz. Im Jahr 2013 entstand daher die Idee, ein Zentrum – eine bauliche Heimat – für die Präzisionstechnik zur errichten. Es war ein langer Weg mit vielen Hürden. Rund 1800 Quadratmeter Fläche für neuste Technologien, zum Tüfteln und Forschen stünden mit dem Neubau in direkter Nähe zur Hochschule zur Verfügung.

In welcher Form bringt sich die Hochschule direkt in das Projekt ein?

„Mit dem Zentrum für Präzisionstechnik ist eine feste Anlaufstelle für den Wissens- und Technologietransfer zwischen Unternehmen, der Hochschule und weiteren Bildungspartnern geschaffen worden“, sagt Professor Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim. Besonders Themen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, 3D-Druck, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit stünden im Mittelpunkt. Mit seinen drei Säulen – Forschung, Innovation und Akademie – biete das ZPT die ideale Plattform: Laborebene, Forschungs- und Transferfabrik sowie einen offenen Campus.

Was war die größte Herausforderung für Sie als Bauherrenvertreter bei diesem Gebäude?

„Ein tolles Projekt ist jetzt Realität. Wir sind stolz auf den gemeinsamen Erfolg und ein hervorragendes Team. So macht Bauen Spaß“, sagt Frank Bindzus von der Bauherrenvertretung albrings+müller. Die Zusammenarbeit mit dem Totalunternehmer Gustav Epple lief reibungslos. Man hatte zudem keinen Unfall oder coronabedingten Baustopp zu vermelden.

Wie beurteilt man im Wirtschaftsministerium das Pforzheimer Leuchtturmprojekt?

„Es war ein holpriger Start. Aber das Förderprojekt RegioWin ist mittlerweile eine Erfolgsgeschichte, ist sich Ministerialdirektor Michael Kleiner sicher. „Mit dem Zentrum für Präzisionstechnik eröffnen wir heute ein Gebäude, das für erfolgreiche regionale Innovationspolitik steht.“ Das ZPT werde Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung nachhaltig unterstützen.

Der Enzkreis unterstützt das ZPT mit einer Summe von 100.000 Euro pro Jahr. Was erwartet der Landkreis im Gegenzug?

Die Unternehmen aus dem Bereich Präzisionstechnik kommen ja nicht nur aus der Stadt, sondern eben auch aus dem Enzkreis, betont Landrat Bastian Rosenau. Es war die richtige Entscheidung allen Unkenrufen zum Trotz. Dort entstehen vernetzte, hochinnovative und spannende Projekte.

Was tut sich sonst noch im ZPT?

Die Entwicklung und das Recycling von Hochleistungsmagneten auf Basis seltener Erden stehen im Mittelpunkt des von der EU geförderte Projekts „Susmagpro“, das von Professor Carlo Burkhardt betreut wird. Er ist auch für die Präzisionstechnik-Initiative Hochform zuständig.

Autor: Lothar Neff