Rund 620.000 Euro Spenden: Sanierung der Pforzheimer Schloßkirchen-Orgel ist finanziert
Pforzheim. Pforzheim. Der Förderverein hat am Montag den letzten Finanzierungsbaustein an die Evangelische Kirche Pforzheim übergeben. Rund 620.000 Euro an Spenden kamen zusammen.
Der Vorsitzende Georg Leicht betonte vor langjährigen Weggefährten und Sponsoren, wie wichtig die Funktion des Meisterinstruments für die Begegnung von Menschen sei. Für Dekanin Christiane Quincke ist Musik absolut sinnstiftend, wenn es um das Miteinander gehe. Sie sagte bei der Übergabe des Spendenschecks:
„Die Musik dieser Orgel öffnet die Herzen.“
Es gebe eine große Suche nach dem Sinn des Lebens. Das Instrument leiste einen Beitrag dazu. Unternehmer und Sponsor Michael Stepper würdigte die enorme Leistung der Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Jahren die hohe Summe zusammengetragen hatten. Die Reorganisation der ehemaligen Steinmeyer-Orgel erforderte laut Gerhard Baral, der im Förderverein für die Akquise von Sponsoren zuständig ist, einen Gesamtaufwand von rund 770.000 Euro.
Einen wesentlichen Teil davon brachten Spenderinnen und Spender auf: Rund 620.000 Euro kamen auf diese Weise zusammen. Nach Angaben des Fördervereins beteiligten sich mehr als 300 Privatpersonen, Unternehmen, Vereinigungen und Organisationen. Dem PZ-Medienhaus-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, der mit 110.000 Euro der größte Einzelspender ist, liegt vor allem der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft am Herzen. Das Instrument sei mit seiner beeindruckenden Klangkraft ein verbindendes Element. Aus der ehemaligen Steinmeyer-Orgel entstand im Zuge des Projekts die heutige Steinmeyer-/Mühleisen-Orgel. Das Instrument wird auch von international bekannten Organistinnen und Organisten gespielt. Zu den Musikern, die bereits an der Orgel zu Gast waren, gehören unter anderem Olivier Latry, Cameron Carpenter, Iveta Apkalna, Christoph Schoener, Elke Völker, Christian Barthen, Vincent Bernhardt und Otto M. Krämer. Mit dem Abschluss der Orgelfinanzierung endet für den Förderverein laut Pressemitteilung zwar ein großes Projekt, seine Arbeit in der Schloßkirche soll jedoch weitergehen. Der Verein unterstützt insbesondere das musikalische und kulturelle Programm.
Dazu zählen die Veranstaltungsreihen „Advent anders“, „BlackForestJazz“ und der „Pforzheimer Orgelsommer“. Für diese und weitere Projekte stellt der Förderverein nach eigenen Angaben jährlich mehrere Tausend Euro zur Verfügung. Darüber hinaus beteiligte sich der Verein finanziell an der Verbesserung der technischen Ausstattung der Schloßkirche, insbesondere in den Bereichen Ton und Licht. Auch künftig plant der Förderverein jährlich rund zwei besondere Konzerte. Hinzu kommt im zweijährigen Rhythmus das Internationale Pforzheimer Orgelfestival. Die nächste Ausgabe ist für 2028 vorgesehen. Ein Schwerpunkt der zukünftigen Vereinsarbeit soll darauf liegen, jüngere Menschen für die Orgel, die Kirchenmusik und die kulturelle Arbeit in der Schloßkirche zu gewinnen. Dafür sei der Verein weiterhin auf ideelle und finanzielle Unterstützung sowie auf persönliches Engagement angewiesen, erklärt der Vorsitzende Georg Leicht. Die Übergabe des letzten Finanzierungsbausteins markierte, damit den finanziellen Abschluss des Orgelprojekts. Zugleich will der Förderverein damit den mehr als 300 beteiligten Unterstützern für ihre Beiträge danken.
Das Mühleisen-Orgelprojekt in der Pforzheimer Schloßkirche ist laut Werkstätte für Orgelbau Mühleisen ein technischer Neubau unter weitgehender Integration des vorhandenen Steinmeyer-Pfeifenwerkes aus dem Jahr 1959. Im klanglichen Bereich erfolgten im Sinne eines geänderten Klangkonzeptes eine grundlegende Neuordnung des Pfeifenwerks, die auch Mensurkorrekturen einschloss, diverse Ergänzungen, wie bislang fehlende Streicher- und Flötenklänge, und die abschließende Neuintonation nach heutigen Vorstellungen. Entstanden ist ein in sich geschlossenes und dabei farbiges Klangbild, dessen Kern durch Principalchöre mit kernig-barock anmutendem Plenum gebildet wird.
