Rutronik Stars Keltern untermauern ihre Spitzenposition
Keltern-Dietlingen. Nur am ersten Spieltag – und das bei TK Hannover – hat Keltern in dieser Saison ein Bundesliga-Spiel verloren. Seither reiht das Team von Trainerin Matea Tavic Erfolg um Erfolg, und daran änderte sich auch im zweiten Liga-Duell mit den Luchsen aus Hannover am Sonntag in Dietlingen nichts: Ungefährdet setzte sich der Spitzenreiter gegen den Tabellenvierten durch.
Von Beginn an gaben die Rutronik Stars die Richtung vor: Alexandria Kiss-Rusk, Alexandra Wilke und Maud Huijbens sorgten für die schnelle 6:0-Führung. Hannover traf erst nach fast zweieinhalb Minuten erstmals in den Korb – durch die quirlige Luchse-Spielmacherin Lashae Dwyer, die der Defensive der Sterne in der ersten Halbzeit einige Probleme bereitete. 13 ihrer am Ende 15 Punkte erzielte sie in den ersten 20 Minuten.
Dwyer hatte lange Zeit auch die beste Trefferquote im Luchse-Team – insgesamt ließ Hannover jedoch einige Chancen ungenutzt. So fand auch kein einziger von zehn Dreierversuchen in Halbzeit eins sein Ziel, während Keltern drei verwandelte und auch sonst die deutlich bessere Trefferquote hatte (53 Prozent gegenüber 32 Prozent zur Pause).
Bei den Rebounds lag Keltern ebenfalls vorn, trotz des Größenvorteils der 2,02 Meter großen Luchse-Centerin Serena Manala. Aber Kiss-Rusk (1,94 m) und Huijbens (1,90 m) engten den Wirkungskreis von Manala sowie von Rowena Jongeling (1,88 m) und Alyssa Brown (1,85 m) deutlich ein. Kiss-Rusk und Huijbens hatten am Ende je zwölf Rebounds geholt, Manala kam auf elf.
Alle Spielerinnen eingesetzt
Hannover versuchte im ersten Viertel, an Keltern dranzubleiben, doch der Spitzenreiter baute seinen Vorsprung im ersten Viertel nach und nach aus. Offensiv tat sich in den ersten Minuten Kilyn McGuff mit acht Punkten besonders hervor, aber die Ausbeute verteilte sich früh auf viele Schultern – auch weil Tavic viel wechselte und schon vor der Pause allen zehn Spielerinnen Einsatzzeiten gab. Neun Spielerinnen von Keltern hatten bereits in der ersten Halbzeit gepunktet, am Ende waren es alle – und fünf von ihnen – McGuff, Baptiste, Wilke, Huijbens und Ana Mandic – sogar zweistellig. Und Kiss-Rusk mit neun Zählern verpasste die Zehner-Marke nur knapp.
Im zweiten Viertel war Keltern offensiv weniger produktiv, baute den 28:16-Vorsprung nach dem ersten Viertel dennoch aus (Halbzeitstand: 46:32). Nach der Pause stockte Keltern die Führung mit einem 6:0-Lauf rasch auf 50:32 auf. Hannover traf nun auch aus der Distanz, sodass der Abstand zunächst nicht größer wurde – in den letzten zwei Minuten des dritten Abschnitts allerdings traf nur noch das Heimteam und zog auf 68:46 davon.
Und der Vorsprung wuchs weiter: Kiss-Rusk, Wilke, Nevena Rosic und Trinity Baptiste erhöhten zu Beginn des Schlussviertels auf 76:46. Acht Minuten vor Schluss war die Partie praktisch entschieden. Hannover steckte ungeachtet des hohen Rückstands nicht auf und entschied – begünstigt auch durch Fehler und Ballverluste der Sterne – das vierte Viertel am Ende sogar knapp für sich. An der Überlegenheit des Spitzenreiters war in dieser Begegnung aber nicht zu rütteln.
Tavic: „Zu viele Turnover“
Das anerkannte auch Luchse-Coach Jesper Sundberg, der den Rutronik Stars ein gutes Spiel bescheinigte und für den Kelterns Steigerung in der Defensive nach der Pause ausschlaggebend war für den klaren Sieg des Spitzenreiters. Sein Gegenüber Matea Tavic war „insgesamt zufrieden“ mit ihrem Team, wie sie sagte. Sie sah Verbesserungen gegenüber dem Auftritt eine Woche zuvor im Pokal gegen Osnabrück (84:70), allerdings störte sich die Sterne-Trainerin an der Zahl der Ballverluste gegen Hannover. „21 Turnover sind zu viel“, sagte Tavic.
In der Liga bauten die Rutronik Stars am 14. Spieltag durch ihren 13. Sieg und die Niederlage des Tabellenzweiten Saarlouis in Osnabrück die Spitzenstellung aus – nun stehen für den Tabellenführer zwei Auswärtsspiele bei den Kellerkindern der Liga an, zunächst in Freiburg (18. Januar) und genau eine Woche später in Herne.
Rutronik Stars Keltern – TK Hannover Luchse 86:67 (28:16, 18:16, 22:14, 18:21)
Keltern: Wilke 12 Punkte/5 Assists, Konstantinova 7/8 Assists, Kiss-Rusk 9/12 Rebounds, Saulnier 4, Huijbens 10/12 Rebounds, McGuff 13, Mandic 10, Rosic 6, Baptiste 13, Schlipf 2
Erfolgreichste Luchse-Spielerinnen: Dwyer 15 Punkte/6 Steals, Hjern 13, Manala 11/11 Rebounds, Brown 11
Trefferquote aus dem Feld: 53 Prozent (30 Treffer/57 Versuche) – 35 (24/68)
Dreipunktwürfe: 26 Prozent (5/19) – 21 Prozent (4/19)
Rebounds: 41:31 – Turnover: 21:17
