Gemeinden der Region
Pforzheim -  02.11.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Sanierung kostet jetzt 13,8 Millionen Euro: Pforzheimer Stadträte geben trotz Kostenexplosion grünes Licht

Pforzheim. Für großen Unmut hat die immense Kostensteigerung bei der Sanierung des Fritz-Erler-Bads am Montag in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen und des Werkeausschusses gesorgt.

Fritz Erler Bad Innen
Das Bad der Fritz Erler-Schule muss aufwendig saniert werden. Das Restaurieren des denkmalgeschützten Wandbildes muss die Kommune alleine finanzieren. Foto: Röhr

Statt der zunächst veranschlagten 9,4 Millionen Euro rechnet die Stadt inzwischen mit Gesamtkosten von rund 13,8 Millionen Euro. Der kommunale Eigenanteil steigt damit von 3,4 auf 7,8 Millionen Euro (die PZ berichtete). Trotzdem gaben die Mitglieder beider Ausschüsse nach einer einstündigen Diskussion mehrheitlich grünes Licht. Erster Bürgermeister Dirk Büscher erklärte, dass die Entscheidung des Gemeinderats die Grundlage dafür schaffen werde, die Fördergelder in Höhe von sechs Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu beantragen.

Die Kostensteigerung führe jedoch nicht dazu, dass der Zuschuss steige. Fraktionsübergreifend sahen die Stadträte die Notwendigkeit, die Wasserfläche als Teil der vor Jahren vom Gemeinderat beschlossenen Strategie zum Erhalt der Pforzheimer Wasserfläche zu erhalten. Jörg Augenstein (CDU) stellte jedoch angesichts der gestiegenen Kosten die Frage, wie man künftig mit dieser Strategie verfahren wolle. Kritik kam auch aus der SPD-Fraktion. Stadtrat Kai Adam wunderte sich über die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Kostenschätzung und der späteren Kostenberechnung. So sei anfangs etwa nicht berücksichtigt worden, dass die Technik im Keller des Bades auch von der Schule und der Sporthalle gemeinschaftlich genutzt werde und deshalb nicht einfach ausgetauscht werden könne. Bäderchef Lutz Schwaigert erläuterte in der Sitzung, warum die Untersuchungen im Verlauf der einzelnen Leistungsphasen immer konkreter geworden seien und dabei einen zunehmend höheren Sanierungsbedarf offenbart hätten.

Die Bausubstanz habe sich bei weiteren Untersuchungen in einem schlechteren Zustand gezeigt als zunächst angenommen. Unter Edelstahlpfeilern habe man beispielsweise beschädigten Beton entdeckt. Ein Stuttgarter Büro habe ein Spannstahlbecken während des laufenden Betriebs „zerstörungsfrei“ begutachten müssen. Dies habe aufgrund der schwierigen Konstruktion zusätzliche Kosten verursacht.

Petra Bösl (Grüne Liste) verwies auf das Beispiel des Nagoldbads, bei dem sich der endgültige Sanierungsbedarf ebenfalls erst später gezeigt habe. „Es geht nicht anders.“

Die AfD kündigte ihre Enthaltung an.

VG WORT Zählmarke