Schaffner nach Angriff gestorben: Bundesweite Schweigeminute an Bahnhöfen - auch in Pforzheim
Die Deutsche Bahn ist zutiefst erschüttert über den gewaltsamen Tod eines Mitarbeiters. Der langjährige Kundenbetreuer sei am Montagabend während einer Fahrkartenkontrolle in einer Regionalbahn zwischen Landstuhl und Homburg (Rheinland‑Pfalz) von einem Fahrgast ohne gültiges Ticket angegriffen worden und erlag am Mittwoch im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Nach bisherigen Ermittlungen sei es kurz nach Abfahrt des Zuges zu einem Streit gekommen, als Serkan C. eine Gruppe kontrollierte. Ein 26‑jähriger Fahrgast soll den Mitarbeiter trotz deeskalierender Haltung unvermittelt attackiert und mehrfach auf ihn eingeschlagen haben, heißt es in einer Pressemitteilung. Polizei und Notarzt versuchten noch vor Ort und im Zug die Wiederbelebung, doch der Mitarbeiter erlag später seinen schweren Kopfverletzungen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen; gegen ihn bestehe der dringende Verdacht des Totschlags.
DB‑Chefin Evelyn Palla meldet sich in einem Statement zum Vorfall zu Wort:
„Der tragische Tod unseres Kollegen macht mich fassungslos und tief traurig. Mein herzliches Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen. Wir verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Verlust eines engagierten Mitarbeiters aufs Schärfste. Solche Taten sind Ausdruck einer wachsenden Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft – das muss uns alle zum Nachdenken und Handeln bewegen.“
Bundesweite Schweigeminute
Zum Gedenken an Serkan C. ruft die Deutsche Bahn alle Mitarbeitenden, Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie Fahrgäste zu einer Schweigeminute heute um 15 Uhr an Bahnhöfen und in Zügen auf. Für DB‑Mitarbeitende gilt: passende Durchsagen, ein Innehalten oder Schweigen sind möglich – der Bahnbetrieb läuft aus Sicherheitsgründen regulär weiter. Auch am Pforzheimer Bahnhof soll die Schweigeminute durchgeführt werden, so ein DB-Sprecher auf Anfrage von PZ-news.
Vorfall in der S-Bahn
Und erst am Dienstagabend soll ein 33-Jähriger in der S-Bahn in Richtung Wendlingen auf Höhe von Vaihingen mehrere Kontrolleure bedroht haben. Der Mann war gegen 20.50 Uhr mit S1 unterwegs, als ein 30 Jahre alter Kontrolleur und seine 21-jährige Kollegin seinen Fahrschein kontrollieren wollten. Der 33-Jährige soll keine Fahrkarte gehabt haben und während der Kontrolle aggressiv geworden sein. Er soll dem Prüfpersonal gedroht haben, als diese ihn daran hindern wollten, an der Haltestelle Rohr zu flüchten. Weiteres Prüfpersonal eilte den beiden Kontrolleuren zu Hilfe. Gemeinsam übergaben sie den Tatverdächtigen alarmierten Polizeibeamten. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.
