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Neulingen -  26.06.2026
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Schlimme Erinnerungen an den Sommer von 1976 im Enzkreis

Enzkreis/Neulingen. Vor 50 Jahren erlebte Deutschland einen fast unvergleichlichen Hitzesommer. Die Hitzewelle von 1976 gilt als eine der markantesten des 20. Jahrhunderts und wurde erst 2003 in Europa wieder annähernd erreicht. Ein solcher Sommer war damals ein Phänomen, eine Seltenheit. Ost und West ächzten unter einem Jahrhundertsommer.

Europas große Dürre von 1976, machte die Bearbeitung der Böden nachder Getreideernte fast unmöglich und ließ Traktoren hinter großenStaubwolken verschwinden.
Europas große Dürre von 1976, machte die Bearbeitung der Böden nachder Getreideernte fast unmöglich und ließ Traktoren hinter großenStaubwolken verschwinden. Foto: Symbolbild: Peter Dietrich

Ein Jahr zuvor brachte Rudi Carrell (1934 bis 2006) seinen Schlager heraus: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“

Im Vergleich zur jetzigen Wetterlage mit örtlich schweren Unwettern, regnete es 1976 fünf Wochen lang an einem Stück überhaupt nicht. Die Temperaturen kletterten mehrfach über 30 Grad und erreichten längere Zeit Rekordwerte von bis zu 36 Grad. In manchen Regionen auch darüber. Wenngleich es seither noch heißere Tage gab und gibt, ging der Sommer 1976 als Europas große Dürre in die Geschichte ein, mit schweren Schäden in Land- und Viehwirtschaft sowie niedrigen Pegelständen. Ganz Deutschland stöhnte, die Bauern beklagten riesige Ernteausfälle. Das Getreide wurde notreif, da sich die Körner nicht mehr voll entfalten konnten. Die Trockenheit erreichte mit hohen Temperaturen im Juni bis Mitte Juli ihren Höhepunkt. Daher lagen der Fokus und die Betonung nicht auf der Hitze, sondern auf der Dürre. Diese begann bereits im Herbst 1975. Von Dezember 1975 bis Juni 1976 lagen die Niederschlagsmengen unter dem langjährigen Mittel. Denn schließlich war das Problem auch das ohnehin schon viel zu trockene Frühjahr. Daher kann man sich da auch noch genau an nur wenige markante Regentage erinnern.

Wie der Meteorologe Hanns Ulrich Kümmerle (58), Sachbearbeiter beim regionalen Klimabüro in Freiburg, auf Anfrage weiter mitteilte, fielen im Mai 2026 an der Messstelle Ispringen (333 Meter Normalhöhennull NHN) 97,3 Liter Regen. 1976, damals noch in Eutingen (260 Metern NHN) gemessen, gerade mal 36,5 Liter. Wesentlichen Regen gab es noch am 1. Juni mit 21 Litern. Ab dem 3. Juni bis zum 16. Juli wurde es trocken. Dieses Jahr erst ab dem 13. Juni bei 25,7 Grad. Da die bis 24. Juni 2026 gemessene Durchschnittstemperatur „erst“ 20,0 Grad beträgt, in Vorjahren lag sie teils bei 21,4 bis 22,6 Grad, könne man laut Kümmerle zumindest bis jetzt noch nicht vom heißesten Juni aller Zeiten sprechen.

Der Verfasser dieses Berichtes besuchte am Pfingstsonntag, 6. Juni 1976, im württembergischen Niebelsbach eine Kollegin und den Gottesdienst in der Pankratiuskapelle. Vor dem aus dem des 14. Jahrhunderts stammenden Gotteshaus klagten ältere Bauersfrauen, weil in der Woche zuvor ihr Heu auf den Feldern nass wurde und freuten sich, dass nun das Wetter besser wurde. Doch niemand hätte damals daran gedacht, was vor allem auf die Landwirte in den Folgewochen zukommen würde. Denn im weiteren Verlauf wurden die Temperaturen und die Sonnenscheindauer außergewöhnlich. Zeitungen berichten von einem Rekord an Trockenheit und Hitze, was den Asphalt auf den Straßen schmelzen ließ.