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Neuhausen -  05.10.2026
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Schritt für Schritt: Neuhausen startet eine Challenge mit Lerneffekt

Enzkreis. Ausgerechnet zum Auftakt der Schritte-Challenge regnet es. Nach wochenlanger Dürre. Einige, die signalisiert hätten, zum Start mitzuwandern, hätten sich mit Blick aufs Wetter umentschieden, sagt Neuhausens Bürgermeisterin Sabine Wagner. Das hält aber die Koordinatorin für die Aktion in der Gemeinde, Marlene Bohnenberger, und ein paar andere wie die Schellbronnerin Jasmin Görgen, den Hamberger Martin Mittrich oder Petra Ochs nicht davon ab, gleich mal Schritte zu sammeln.

Los geht es in Neuhausen: Vor dem Rathaus begleitet Bürgermeisterin Sabine Wagner ihre Challenge-Koordinatorin Marlene Bohnenberger (vorne von links), die trotzRegens Unerschrockene auf den Marsch über den Märchenweg führt. Mit dabei: Jasmin Görgen (links), Martin Mittrich und PZ-Redakteur Alexander Heilemann.
Los geht es in Neuhausen: Vor dem Rathaus begleitet Bürgermeisterin Sabine Wagner ihre Challenge-Koordinatorin Marlene Bohnenberger (vorne von links), die trotzRegens Unerschrockene auf den Marsch über den Märchenweg führt. Mit dabei: Jasmin Görgen (links), Martin Mittrich und PZ-Redakteur Alexander Heilemann. Foto: Meyer

Auf dem Märchenweg, den Ochs mitgestaltet hat.

Alle haben die Teamfit-App aufs Smartphone heruntergeladen, die es erlaubt, Teams zu bilden und sich mit anderen zu messen. So funktioniert „Alles geht“, eine Aktion, bei der man in Baden-Württemberg landesweit den ganzen Oktober über mitmachen kann. Sie funktioniert ähnlich wie das „Stadtradeln“. Beim Enzkreis sind am Starttag laut Pressesprecherin Stephanie Frey 25 Teams angemeldet. Das ist aber mit Sicherheit nicht die gesamte Zahl derjenigen, die mitmachen. Denn Teams oder Einzelpersonen können sich eben nicht nur unter dem Dach des Enzkreises anmelden, sondern beispielsweise auch unter dem Dach ihrer Gemeinde. In Neuhausen sind am 1. Oktober drei Gruppen aktiv: eine heißt Rathaus, eine Steinegg und eine Neuhausen.

Ist man registriert, so erklärt es Bohnenberger, kann man Teamfit mit der eigenen Gesundheitsapp verbinden, die dann die Schritte zählt.

„Wir machen da mit, um die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht jede Strecke mit dem Auto zurücklegen muss“, sagt Bohnenberger.

Damit tut man der eigenen Gesundheit etwas Gutes und Umwelt und Klima profitieren gleich mit. So kommt die Aktion auch zu ihr. Denn die Agrarwirtin Bohnenberger ist die Beauftragte für klimaneutrale Kommunalverwaltung in Neuhausen. Aber sie ist auch jemand, der ohnehin gerne viel zu Fuß unterwegs ist.

Auf dem Weg durch die Ortsstraßen Richtung Gewerbegebiet West macht eine aktuelle Nachricht die Runde, die zeigt, dass Erwachsene sich in Sachen Bewegung bei Kindern eine ordentliche Scheibe abschneiden können. Laut einer internationalen Studie sind Drei- bis Vierjährige typischerweise mit rund 18.000 Schritten pro Tag unterwegs. Für einen durchschnittlichen deutschen Erwachsenen finden sich so leicht keine richtig belastbaren Zahlen. Aber zwischen 5000 und 7000 Schritte sind der Bereich, der am häufigsten genannt wird.

Und was heißt das für die Gesundheit? Die alte 10.000-Schritte-Regel ist von der Forschung zuletzt relativiert worden. Anscheinend hängt diese Zahl eher mit einer Marketingkampagne eines japanischen Unternehmens aus dem Gesundheitsbereich zusammen. Jüngere Forschungsergebnisse sprechen eher dafür, dass einem schon täglich 7000 Schritte Gutes tun und Risiken von schweren Erkrankungen senken.

Mit solchen Forschungen setzt sich die Gruppe freilich nicht auseinander. Sie genießt dafür, wie gut es sich anfühlt, wenn man am Rand des Gewerbegebiets auf die Waldwege einbiegt. „Es ist einfach schön im Wald“, sagt eine Schellbronnerin.

Und Jasmin Görgen fällt dazu dann doch Wissenschaft ein: „Es ist belegt, dass schon fünf Minuten im Wald ausreichen, dass der Körper Glückshormone ausschüttet.“

Ansonsten folgt die Gruppe den Stationen des Märchenwegs. Ochs erklärt, wie die Spuren gelegt worden sind, denen Kinder, aber auch Erwachsene, auf den 2,5 Kilometern Rundweg folgen können, um ein Märchenrätsel zu lösen, das man auf QR-Codes abrufen kann. Alle in der Gruppe bewegen sich gerne. Mittrich am liebsten auf dem Fahrrad. Die Schellbronner schütteln den Kopf über Mitbürger, die selbst für die kurze Strecke aus der Ortsmitte zum Freibad oder zum Fitnessclub ins Auto steigen. „Im Ort laufe ich eigentlich alles“, sagt eine Frau. Außer, sie müsse etwas transportieren.