Seit einem Jahr arbeitet Klimaschutzmanagerin Johanna Wösle bei der Stadt Mühlacker
Mühlacker. Mühlacker. Das Klima verändert sich bekanntlich über einen längeren Zeitraum. Deshalb sind Ansätze, unser Klima vor Ort zu schützen, ein Stück weit auch immer einzelne Bausteine, die dabei als Stellschrauben gelten. Solche Stellschrauben zu entwickeln, ist die Aufgabe von Mühlackers Klimamanagerin Johanna Wösle als Nachfolgerin von Teresa Krannich, die diese Position von 2022 bis 2024 ausfüllte. Zum ersten März kann Wösle nun auf ein Jahr bei der Stadtverwaltung zurückblicken.
Unterstellt ist Wösle im Rathaus dem städtischen Planungs- und Baurechtsamt mit seinem Leiter Anton Lutze. „Der Kelterplatz vor dem Rathaus könnte grüner sein“, sagt die 26-Jährige im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. Das Problem dabei seien aber die Veranstaltungen, wie der Mühlacker Frühling, der Martini Markt sowie der Weihnachtsmarkt, die dort über das ganze Jahr stattfinden und auch die darunterliegende Tiefgarage. Im kommenden Jahr, so Wösle, soll die Begrünung des Kelterplatzes aber in den Fokus rücken.
Die studierte Umwelt- und Naturwissenschaftlerin stammt aus Wangen im Allgäu und wohnt in Stuttgart. „Wir haben bereits die Hitze-Hot-Spots der Innenstadt beim städtischen Hitzeaktionstag geprüft“, sagt sie. Denn im vergangenen Jahr fand jener zum ersten Mal statt. Und im Juni folgt die zweite Auflage. Bei Hitzespaziergängen mit Bürgern und Schulklassen wurden dabei Messungen durchgeführt. Auf dem Kelterplatz, erklärt Wösle ein Ergebnis davon, könnte im Sommer bei 30 Grad Lufttemperatur durch die Verdichtung des Untergrundes schnell 50 Grad Oberflächentemperatur entstehen.
Zurzeit erstellt sie die Treibhausgasbilanz der Stadt. Denn sie ist auch die Beauftragte für die klimaneutrale Stadtverwaltung. Bis Ende 2026 soll diese Bilanz dem Gemeinderat Mühlacker vorliegen und dann alle drei Jahre fortgeschrieben werden. „Wenn die Treibhausbilanz fertig ist, finden Workshops mit den Fachbereichen vom Tief- und Hochbauamt und der Stadtplanung statt“, erklärt Wösle. Denn als Klimaschutzmanagerin arbeitet Johanna Wösle mit den anderen Ämtern zusammen, zum Beispiel auch bei der Erneuerung des Fuhrparks sowie Anschaffungen von Elektrofahrzeugen oder Ladestationen. „Ich erstelle gerade eine Übersicht aller bereits erfolgten Umsetzungen“, erklärt sie.
Newsletter für Interessierte
In ihren Newslettern, die per E-Mail an klimaschutz@stadt-muehlacker.de von jedermann und -frau kostenlos abonniert werden können, gibt sie Auskunft über die kostenlosen Energieberatungen im Rathaus. Und Johanna Wösle kümmert sich auch um Fördermittel, zum Beispiel für 20 neue Radabstellplätze für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung. Auch die Stelle des im Februar ausgeschriebenen neuen Energiemanagers koordiniert sie. Die Hitzepunkte der Stadt würden zurzeit ausgewertet, berichtet sie. Außer dem Kelterplatz stünden dabei auch die Bahnhofstraße, die Industriestraße, in Dürrmenz der Marktplatz sowie das Gewerbegebiet Waldäcker im Fokus.
„Mir macht es Spaß, mich dafür einzusetzen, dass wir unser Klima vor Ort mit verschiedenen Stellschrauben positiv beeinflussen können“, sagt Johanna Wösle voller Begeisterung.
