Gemeinden der Region
Königsbach-Stein -  26.01.2022
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

So will Königsbach-Stein sein Parkplatzproblem lösen

Königsbach-Stein. Wer regelmäßig mit dem Auto unterwegs ist, der stellt früher oder später fest: Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum sind ein rares Gut in Königsbach-Stein – zumindest in manchen Bereichen. Doch das könnte sich in Zukunft ändern, denn der Gemeinderat hat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung bei einer Gegenstimme beschlossen, eine Stellplatzsatzung auszuarbeiten. Einen entsprechenden Antrag hatte die CDU-Fraktion gestellt.

Ein vertrauter Anblick: Ein öffentlicher Parkplatz in der Steiner Ortsmitte ist belegt. Foto: Roller
Ein vertrauter Anblick: Ein öffentlicher Parkplatz in der Steiner Ortsmitte ist belegt. Foto: Roller

Im Gemeinderat war man sich bei dem Thema weitgehend einig. „Es wäre eigentlich zu wünschen, man käme zu anderen Lösungen“, sagte Thomas Kaucher (FWV), der das allerdings nicht für realistisch hielt. Trotzdem plädierte er dafür, zusätzlich über Alternativen zum eigenen Auto nachdenken. Deswegen hatten die Freien Wähler im vergangenen Jahr einen Antrag gestellt, sich mit dem Thema Carsharing zu befassen. Erst am Samstag hatte der Rat bei den öffentlichen Haushaltsberatungen beschlossen, dafür einen Betrag von 50.000 Euro aufzunehmen. Auch Wolfgang Ruthardt (SPD) sah eine Stellplatzsatzung „sehr positiv“ und drängte darauf, diese schnell auszuarbeiten, möglichst bis Anfang 2023. Stefan Reinmüller (Grüne) hoffte, dass die Stellplatzsatzung schon bald durch eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und eine Erhöhung des Fahrradverkehrs künftig nicht mehr notwendig sein wird. Er appellierte, bestehende Parkplätze und Garagen auch als solche zu nutzen und nicht zweckzuentfremden. Dieser Appell kam auch von Bürgermeister Heiko Genthner, der eine Stellplatzsatzung als eine von mehreren Maßnahmen sieht, um einen gefahrlosen Verkehr zu ermöglichen, auch für Radfahrer und Fußgänger. Das Thema Parken werde in den Bürgerfragestunden und bei der Beschäftigung mit Baugesuchen immer wieder angesprochen.

In ihrer Sitzungsvorlage vertritt die Verwaltung die Ansicht, dass der eine, von der Landesbauordnung vorgeschriebene Stellplatz pro Wohneinheit schon lange nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf entspricht. Dort wird allerdings auch deutlich: Von heute auf morgen ist die Stellplatzsatzung nicht zu haben. Ihre Erstellung wird auch deshalb einige Zeit in Anspruch nehmen, weil eine Analyse der bestehenden Bebauungspläne und eine Untersuchung der Parkplatzsituation vorgesehen sind. Die Verwaltung geht davon aus, dass ein Stadtplanungsbüro hinzugezogen werden muss. Eine Anfrage hat laut Sitzungsvorlage ergeben, dass dafür mit durchschnittlichen Kosten zwischen 10.000 und 12.000 Euro zu rechnen wäre. In ihrem Antrag fordert die CDU-Fraktion, in der Satzung „die Belange der einzelnen Quartiere“ und „die örtlichen Gegebenheiten wie Straßenbreite und Art des Bereichs“ zu berücksichtigen.

Autor: Nico Roller