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Polizei -  30.05.2025
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Sonderkommission eingerichtet: Leichenfund schockt Keltern

Keltern. Tausende Menschen haben den Feiertag genutzt, um durch die Natur des Enzkreises zu wandern, fröhlich mit Freunden und Familie über Wiesen und Felder oder durch den Wald zu streifen. So auch in Keltern. Weitgehend unbemerkt und abseits des ausgelassenen Treibens haben bei einem Waldspaziergang auf Kelterner Gemarkung am Donnerstag allerdings Menschen einen grausamen Fund gemacht.

Luftbild Keltern
Leichenfund im Kelterner Wald: Wo genau, könne aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gesagt werden. Foto: Meyer

Wie die Zweigstelle Pforzheim der Staatsanwaltschaft Karlsruhe sowie das Polizeipräsidium Pforzheim am Freitag über eine Pressemitteilung öffentlich machten, wurde eine bislang unbekannte Person tot aufgefunden. „Aufgrund der Gesamtumstände muss von einem Gewaltverbrechen ausgegangen werden“, heißt es in dem Schreiben. Die Kriminalpolizei des Präsidiums Pforzheim habe eine Sonderkommission eingerichtet. Weitere Details sind nach wie vor nicht bekannt.

„Wir sind in einem sehr frühen Stadium der Ermittlungen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Henrik Blaßies, und bittet um Verständnis, dass Staatsanwaltschaft und Polizei aktuell keine weitreichendere Auskunft geben können.

„Bei solchen Ermittlungen dürfen wir Informationen, die möglicherweise zum Täterwissen gehören, auf keinen Fall rausgeben, um die Ermittlungen nicht zu gefährden“,

- erklärt er.

Und so präzisiert die Staatsanwaltschaft aktuell keine der Angaben – nicht zum Geschlecht des mutmaßlichen Opfers, nicht zum Alter, zum Wohnort oder zur möglichen Liegedauer im Wald. Auch wenn es „selbstverständlich“ sei, dass ein solcher Fund große Aufmerksamkeit errege – manches müsse erst noch abgeklärt werden, bevor man damit an die Öffentlichkeit gehen könne, sagt Blaßies. „Wir werden zu gegebener Zeit noch weitere Informationen veröffentlichen“, versichert er. Wann es soweit sein wird, sei aktuell aber noch nicht abzusehen. Je nachdem, welche Ermittlungsansätze sich ergeben, werde sich das weitere Vorgehen entwickeln, so der Staatsanwalt.

Gemeinde zeigt sich bestürzt

Indessen herrscht in der Gemeinde selbst Bestürzung über die Nachricht. Kaum jemand weiß Bescheid. Bürgermeister Steffen Bochinger wurde selbst erst am Freitagmorgen über die Ermittlungen informiert, für nähere Informationen verweist er an die Polizei. Unbekannt ist weiterhin auch, wo genau im Kelterner Wald die Leiche gefunden wurde, das weiß nicht einmal Kelterns Förster Ralf Rothweiler, wie er versichert. Ob bei der Metzgerei Britsch, wo an Vatertag ausgelassen gefeiert wurde, oder beim Bauernhof Bischoff, wo zahlreiche Spaziergänger vorbeigekommen sind – nirgendwo habe die Nachricht die Runde gemacht. Klar ist nur: Die Feuerwehr Dietlingen war im Einsatz. In Jagdkreisen wird gemunkelt, der Fundort liege im Ranntal. Ob in der Post, beim Bäcker, im Reisebüro oder in der Tankstelle – gesichert weiß niemand etwas zu berichten.

Nahe des Vereinsheims des Obst- und Gartenbauvereins Dietlingen, etwas oberhalb der Weinberge, bevor die Straße ins Ranntal hinunterführt, reagieren zwei Spaziergängerinnen schockiert auf die Nachricht vom Leichenfund. „Ich bin froh, immer meinen Hund dabei zu haben“, sagt die eine zur anderen. Die Polizei sei am Vatertag mehrfach vorbeigefahren in der Dietlinger Ortsmitte, auch von zwei Feuerwehrfahrzeugen berichten Anwohner. Noch sind viele Fragen offen. Diese werden sicher zentrales Gesprächsthema sein bei den Menschen, die am Sonntag wohl wieder zu Hunderten beim Kelterner Weinblütenfest durch die Natur streifen.

Autor: pol/pz