Sorgen in Calmbach: Waldfreibad in kleinen Schritten retten
Bad Wildbad-Calmbach. Wie geht es weiter mit dem Waldfreibad in Calmbach? Seit Jahren ist bereits klar, dass es saniert werden muss. Seit Jahren ist aber auch klar, dass dies nur geht, wenn es dafür Fördermittel vom Land gibt. Und ebenfalls seit Jahren passiert in Sachen dringender Reparaturen nicht viel.
Das ist ein Zustand, der allen Beteiligten seit längerem größere Sorgen macht. Und der hat nun auch dazu geführt, dass es Gerüchte gibt, das Bad, das in der vergangenen Saison 34 000 Besucher verzeichnete, könne in diesem Jahr aus Kostengründen womöglich ganz geschlossen bleiben. In dieser Woche wurde nun Bad Wildbads Haushalt beschlossen. Dies wollte Bürgermeister Marco Gauger auch abwarten, bevor er sich zur Zukunft des Waldfreibades äußert.
Und was sagt der Rathauschef nun? Die „Pforzheimer Zeitung“ hat nachgehakt.
So steht es aktuell um die Zukunft des Waldfreibades: „Für die Saison 2024 haben wir eine Liste an notwendigen Reparaturen, die wir abarbeiten – damit das Bad zumindest mit kleineren Verbesserungen öffnen kann“, sagt Bürgermeister Gauger. Dies war bereits in der vergangenen Saison von einigen so gefordert worden. Benjamin Köhl, Vorstand des Fördervereins, hatte zuletzt im Herbst gegenüber der PZ gesagt, man warte seit Jahren auf das Große, also auf die umfassende Sanierung. Und weil die aber mangels Fördermitteln nicht komme, gehe es auch im Kleinen nicht mehr voran.
Das soll sich nun offenbar ändern
Eine Alternative zur großen Sanierung mit Hilfe von Fördergeldern wäre laut Gauger eine Ertüchtigung des Bades in kleineren Schritten auf eigene Faust. Denn: „Wir haben noch keine Rückmeldung erhalten, ob wir zum Zuge kommen.“ Die Mittel für den Eigenanteil der Stadt seien im Haushalt eingeplant, der am Dienstag verabschiedet wurde. Laut Gauger wird für die Sanierung mit Gesamtkosten in Höhe von rund acht Millionen Euro gerechnet. „Bei einer Förderquote von 75 Prozent entspricht der Eigenanteil also ungefähr zwei Millionen Euro“, sagt Gauger.
So geht es konkret weiter: Bei der Verabschiedung des Haushaltes wurde, so Gauger, von der Fraktion der Freien Wähler ein entsprechender Antrag gestellt, „die für die Aufrechterhaltung des Badebetriebes notwendigen Sanierungsmaßnahmen aufzuzeigen und darzustellen, welche Maßnahmen mit zwei Millionen Euro umgesetzt werden können“. Über diesen Antrag werde man im zuständigen Ausschuss beraten. Das muss langfristig getan werden: Bereits seit 2018 kämpft die Bad Wildbader Stadtverwaltung um Fördergelder für die dringend notwendige Sanierung des Bades – bislang vergebens.
„Die komplette Sanierung der Technik und aller baulichen Anlagen können wir nur mit einer Förderzusage stemmen“,
Bürgermeister Marco Gauger
Mitte 2018 hatte sich der Bad Wildbader Rat in einer Sondersitzung für den Erhalt des Waldfreibades ausgesprochen. Im Gegenzug wurde damals entschieden, dass das ebenfalls marode Hallenbad in der Paulinenstraße geschlossen bleibt. Und auch heute noch stehen die Fraktionen hinter dem Bad. Für die Generalplanung der Bad-Modernisierung hat die Stadt Bad Wildbad bereits viel Geld in die Hand genommen: Sie kostet 1,5 Millionen Euro.
