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Königsbach-Stein -  02.03.2026
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Starke Gemeinschaft als Erfolgsmodell: Tag der offenen Tür an der Steiner Heynlinschule

Königsbach-Stein. Der Waffelteig geht in der Schulküche schon eine Viertelstunde vor dem geplanten Ende der Veranstaltung zur Neige: Nicht, weil man zu wenig vorbereitet hatte, sondern weil das Interesse deutlich größer war als erwartet. Egal, wohin man schaut: Überall tummeln sich in der Steiner Heynlinschule die Menschen: in der Aula, auf den Fluren, in den Klassenzimmern, selbst in der neuen Sporthalle.

Auch Rektorin Stefanie Stadtaus und Lehrer Lutz Kiebelstein probieren im Technikraum der Steiner Heynlinschule die Experimente aus, die die Schüler für denTag der offenen Tür vorbereitet haben.
Auch Rektorin Stefanie Stadtaus und Lehrer Lutz Kiebelstein probieren im Technikraum der Steiner Heynlinschule die Experimente aus, die die Schüler für denTag der offenen Tür vorbereitet haben. Foto: Nico Roller

„Es ist richtig viel los heute“, sagt Stefanie Stadtaus. Die Rektorin freut sich, dass so viele Besucher zum Tag der offenen Tür gekommen sind, um sich über die vielfältigen Angebote der Heynlinschule zu informieren.

Kein Werkrealschulabschluss

Ähnliche Veranstaltungen bieten aktuell viele Bildungseinrichtungen an. Doch in Stein ist die Situation noch einmal ein bisschen anders, weil es sich um eine Werkrealschule handelt. Dass die Landesregierung den namensgebenden Abschluss für neu angemeldete Fünftklässler abgeschafft hat, sorgt in Stein allerdings nicht für Sorgenfalten in den Gesichtern. Denn Stadtaus ist fest davon überzeugt, dass die Heynlinschule auch ohne Werkrealschul-Abschluss immer noch jede Menge zu bieten hat, dass die Eltern ihre Kinder in erster Linie wegen des einzigartigen pädagogischen Angebots, wegen des starken Praxisbezugs und der umfangreichen Berufsorientierung anmelden.

„Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen“, sagt Stadtaus, die damit auch eine individuelle, auf die Bedürfnisse und Probleme der Schüler eingehende Förderung meint. Zum Erfolgsrezept der Steiner Heynlinschule gehört für die Rektorin auch die starke Bindung zu den Schülern, etwa durch ein Prinzip, bei dem die Klassenlehrer möglichst viele Fächer unterrichten und dadurch viel Zeit mit den Schülern verbringen.

Stadtaus verweist auf eine intakte Schulgemeinschaft, die sie mit einer Familie vergleicht, in der man rücksichts- und respektvoll miteinander umgeht: Ohne Handys, denn die landen während der Schulzeit in einem Tresor.

Tatsächlich trifft man beim Tag der offenen Tür kaum einen Schüler, der nicht höflich grüßt und seine Hilfe anbietet. Das Miteinander verschiedener Kulturen empfindet man in Stein als Bereicherung. „Wir sind nicht nur ein Ort des Lernens, sondern der echten Begegnung“, sagt die Rektorin. Dazu tragen laut Stadtaus zahlreiche Angebote jenseits des Unterrichts bei, etwa ein Kartoffelprojekt mit einem lokalen Bauernhof, Lehrgänge und Exkursionen, etwa in die Bibliothek und in den Wald. Das Ökomobil kommt ebenso an die Schule wie die Aids-Hilfe und die Beratungsstelle „Lilith“ zum Schutz vor sexueller Gewalt. Zudem gibt es eine Schulsozialarbeit in Vollzeit und zahlreiche Präventionsangebote, unter anderem zu Gewalt, Sucht, Mobbing und soziale Medien.

Bewerbertraining und Praktika

Großen Wert legt man laut Stadtaus auf die Berufsorientierung, etwa durch Knigge- und Bewerbertraining, verpflichtende Praktika und knapp 20 Unternehmen, die man als Bildungspartner gewinnen konnte. Mit Erfolg: Von den aktuellen Zehntklässlern haben laut Stadtaus schon fast alle einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Die Rektorin sieht ihre Schule auf einem guten Weg, auch ohne Werkrealschul-Abschluss.

Sie hat den Eindruck, dass zum Tag der offenen Tür diesmal deutlich mehr Interessierte gekommen sind als im Vorjahr. Auf dem gesamten Gelände erwarten die Gäste unzählige Aktivitäten, etwa Experimente zum Mitmachen, frische Waffeln, Bastelangebote, Stände der Bildungspartner, ein Sportparcours und die Möglichkeit, selbst im Werkraum zu arbeiten. Stadtaus weiß, dass der Tag der offenen Tür etwas Besonderes ist: „Die Schüler haben immer unfassbare Freude daran, die Angebote vorzubereiten.“