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Birkenfeld -  17.11.2019
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Startschuss für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“: 80.000 Spendenboxen gesammelt

Birkenfeld. 800 Helferinnen und Helfer werden in dieser Woche das leerstehende Möbelzentrum im Brötzinger Tal wieder zum Leben erwecken. Im Drei-Schicht-Betrieb überprüfen sie 80.000 eingesendete Spendenboxen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ der christlichen Vereinigung „Samaritan‘s Purse“ – und machen sie versandfertig für die Reise an bedürftige Kinder in Rumänien, Moldavien und der Ukraine.

Teamleiterin Esther Schüle von Samaritan‘s Purse (Mitte) zeigt Besucherin Helga Götz aus Niefern einen der mit Spielsachen gepackten Schuhkartons.
Teamleiterin Esther Schüle von Samaritan‘s Purse (Mitte) zeigt Besucherin Helga Götz aus Niefern einen der mit Spielsachen gepackten Schuhkartons.

In Deutschland gibt es zwei solcher Werkstätten der helfenden Samariter. In Berlin und Birkenfeld. Warum gerade im beschaulichen Schwarzwaldort? „Weil von hier aus dem Südwesten immer die meisten Sachspenden bei uns eingegangen sind“, sagt der Leiter der Aktion Rainer Saga. Und es werden immer mehr – genau wie die Freiwilligen. „Wir haben jetzt schon doppelt so viele Anmeldungen als im letzten Jahr“, freut sich Saga und fügt hinzu: „Das Wichtigste ist, den Kindern ein Stück Liebe zu schenken.“

Damit es dabei zu keinen bösen Überraschungen kommt, sind die Helfer in erster Linie Kontrolleure. „Eine gebrauchte Zahnbürste war noch eins der wenigen schlimmen Dinge, die wir schon in Schuhkartons gefunden haben“, so Saga. Auch auf beigefügte Lebensmittel muss nach den geltenden Zollbestimmungen ein Auge geworfen werden. Mit der langjährigen Hilfsaktion, die seit 1991 weltweit existiert, hätten aber auch die Spender dazugelernt, weiß Saga: „80 Prozent der Päckchen gehen ohne Probleme durch.“

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Die vorweihnachtliche Stimmung mit passender Musik und Dekoration lässt hier in Birkenfeld nur noch ansatzweise ein ehemaliges Möbelzentrum erkennen. Einzig die gestapelten Versandpakete, in die die Schuhkartons verfrachtet werden, deuten die kommende Betriebsamkeit an. Für die Lagerlogistik zuständig ist Mario Regine. Der ehemalige Konstrukteur aus Ellmendingen richtet schon seit Mitte Oktober alles für das große Packen zusammen. „Ich bin jetzt Rentner und habe für so etwas Zeit“, sagt er. Über einen Freund ist er auf die Aktion aufmerksam geworden. „Es war immer mein großer Wunsch, etwas für die Kinder zu tun“, begründet er sein Engagement.

Einsetzen kann sich hier jeder. Helga Götz aus Niefern informiert sich bei der Eröffnung ganz unverbindlich über die Arbeit. Bisher hat sie noch keinen Schuhkarton gepackt, „aber im nächsten Jahr auf jeden Fall“, ist sie sich sicher: „Das ist eine gute Sache.“

Neben der Bereitstellung der Räume durch Möbelzentrum-Geschäftsführer Ekkehard Haase engagieren sich auch viele andere Betriebe aus nah und fern. Ein Schweizer Lebensmittelproduzent hat sogar 200 000 Plüschtiere gespendet. Die ergänzen dann solche Kartons, in denen noch etwas Platz ist. Damit die bedürftigen Kinder mit einem „Wow-Effekt“, wie Saga beschreibt, Weihachten feiern können.

Autor: Constantin Hegel