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Pforzheim -  27.10.2026
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Strafe droht: Nazi-Parole bei Gurs-Gedenkfeier in Pforzheim gerufen

Pforzheim. Während einer Gedenkfeier für die nach Gurs deportierten Pforzheimer Juden soll ein Mann aus einem vorbeifahrenden Transporter zweimal „Heil Hitler“ gerufen haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts einer Straftat. Inzwischen gibt es eine erste Spur – doch eine entscheidende Frage ist noch offen.

Gedenkveranstaltung Deportation Gurs
Dieser Anblick hat offenbar einen Transporterfahrer zu den „Heil-Hitler“-Rufen in Richtung der Gedenkfeier veranlasst. Foto: Röhr

Nicht alle Anwesenden hatten es gehört, aber wer zu den Ohrenzeugen des Vorfalls zählte, war angeekelt: Aus einem vorbeifahrenden Transporter hatte ein Mann am vergangenen Donnerstag während der Gedenkfeier zur Erinnerung an die rund 200 nach Gurs verschleppten jüdischen Pforzheimer zweimal „Heil Hitler“ in Richtung der Veranstaltung gerufen – auf der unter anderem die Gefahr neuen Antisemitismus Thema gewesen war.

Das Fahrzeug, ein Firmenwagen, war fotografiert, das Bildmaterial der vor Ort anwesenden Polizei zur Verfügung gestellt worden. „Anhand des abgelesenen Kennzeichens konnte der Halter des betreffenden Fahrzeugs ermittelt werden“, teilt Polizeisprecherin Carmela Rinaldo auf PZ-Nachfrage mit. Wer aber den Wagen zum fraglichen Zeitpunkt tatsächlich gefahren habe, sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Das mögliche Delikt: „Nach aktuellem Stand besteht der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen gemäß Paragraf 86a Strafgesetzbuch.“ Dort ist nach einem Schuldspruch Gefängnis bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen.