Tim Walter und seine unauffällige FCP-Vergangenheit
Pforzheim/Stuttgart. Kurze Haare, leicht rötlich gefärbt, dazu ein Ring im linken Ohr – so präsentierte sich Tim Walter bei der Vorstellung des FCP-Kaders zur Saison 1997/98. Ja, es ist wahr. Der gerade beim Hamburger SV entlassene Trainer, der auch schon den VfB Stuttgart gecoacht hat, hat eine Vergangenheit beim 1. FC Pforzheim.
Von der KSC-Jugend kommend, wurde Tim Walter vom „Club“ als hoffnungsvolles Talent verpflichtet, Trainer Thomas Remark sollte den jungen Abwehrspieler ans Oberliga-Team heranführen. Walter war einer von 16 (!) Neuzugängen. Zu denen gehörten unter anderem auch „Mister Hammer“ Dirk Hauri, Libero Helge Mankowski, Sturm-Ass Francesco Ponce oder auch Flügelflitzer Simon Roller von Phönix Lomersheim. Roller kann sich noch gut an die Zeit erinnern: „Tim Walter und ich kamen als junge, hungrige Nachwuchsspieler zum FCP. Die Oberliga war für uns Neuland. Da mussten wir uns erstmal zurechtfinden.“
Beide waren aber voller Tatendrang. „Im Training gaben wir Vollgas“, erzählt Roller weiter. „Trotzdem bekamen wir wenig Einsätze in der Oberliga-Mannschaft. Ich stand so siebenmal in der Startelf. Bei Tim weiß ich es nicht mehr. Auf jeden Fall spielten wir oft sonntags in der Zweiten.“
Ein Blick ins PZ-Archiv verrät, dass Tim Walter tatsächlich mehr Einwechselspieler statt Stammkraft war. In der Bezirksliga-Mannschaft gehörte er allerdings zu den Besseren. Mit dem FCP II spielte er unterem auch gegen den Autor dieser Zeilen, der damals das Trikot des TuS Ellmendingen trug. Doch in Erinnerung geblieben ist ihm Tim Walter nicht.
Auch für Simon Roller war der heutige Emotionsbolzen damals eher ein ruhiger Typ. „Als Jungspund hat man sich eben eingefügt. Er war ein feiner Kerl, wir haben uns gut verstanden, sein Ehrgeiz war groß, trotzdem ist er wohl etwas schludrig mit seinem Talent umgegangen“, meint der Coach des Bezirksligisten Phönix Lomersheim.
Heute hat Roller keinen Kontakt mehr zu seinem ehemaligen Mitspieler. Gerne würde er ihn aber mal wieder treffen, ein wenig fachsimpeln und über „die guten alten Zeiten“ beim FCP plaudern. Naja, allzu lange dauerte ihr Engagement beim Club ja nicht. Roller war in der Winterpause wieder weg. Tim Walter schaffte es ebenfalls nicht zum Stammspieler und wechselte. Später wurde er Torschützenkönig beim Landesligisten Olympia Kirrlach. Dort soll er auch bis heute, so heißt es, Rekordhalter sein, was das Sammeln an Gelben Karten betrifft.
Und der FCP? Wie ging es mit dem weiter? Das Team mit den Haudegen Achim Ziegler, Joachim Schneikart und Uwe Scherer belegte am Ende der Saison 97/98 Platz fünf. Meister wurde der VfB Stuttgart II. In den letzten fünf Saisonspielen mischte sogar noch „Didi“ Dierlamm mit – als Interimstrainer, nachdem Thomas Remark gehen musste. Dierlamm kann sich allerdings an Tim Walter überhaupt nicht erinnern. Einen bleibenden Eindruck hat der Ex-HSV und VfB-Coach also in der Goldstadt nicht hinterlassen.
