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Knittlingen -  15.02.2026
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Trial-Biker auf internationaler Mission: Knittlinger in Deutschland und Japan als Trainer aktiv

Knittlingen. Jonas Friedrich fährt Fahrrad — aber nicht wie man es für gewöhnlich kennt. Während andere treten und rollen, balanciert der Sportler aus Kleinvillars über Hindernisse, springt von Stein zu Stein und das nicht selten, nur auf einem Rad. Denn er betreibt die Randsportart Trial. Eine Disziplin des Radsports, bei der es nicht um Tempo, sondern um Balance und absolute Körperkontrolle geht. Ziel ist es, einen Parcours möglichst fehlerfrei zu überwinden, ohne dabei abzusteigen oder mit dem Fuß den Boden zu berühren. Was von außen spielerisch wirkt, verlangt maximale Konzentration und jahrelanges Training.

Jonas Friedrich (rechts) mit einem seiner Schüler beim Training in Japan. Dort hilft er derzeit dabei, eine Trainings- und Verbandsstruktur für den Trial-Sport aufzubauen.
Jonas Friedrich (rechts) mit einem seiner Schüler beim Training in Japan. Dort hilft er derzeit dabei, eine Trainings- und Verbandsstruktur für den Trial-Sport aufzubauen. Foto: JOFR ACADEMY

Mittlerweile ist der Sportler auch international gefragt. Jonas Friedrich ist sowohl in Deutschland, als auch in Japan als Trainer aktiv. Parallel dazu nimmt der 26- Jährige an Wettkämpfen teil und arbeitet immer wieder an neuen Projekten, wie die PZ berichtete. Dazu zählen zum Beispiel die Weltmeisterschaft in Saudi Arabien und die Suche nach einer neuen Trainingsfläche in Deutschland.

Was gibt es Neues?

Laut Friedrich läuft das Projekt in Japan, bei dem er helfen soll, die Trainings- und Verbandsstruktur vor Ort mit aufzubauen, immer noch. Es entwickle sich aber deutlich langsamer als gedacht. Grund dafür sei unter anderem die persönliche Einstellung der Japaner.

„Da geht es schon um ganz einfache Dinge wie zum Beispiel, wann das Training beginnt und auch wieder endet“,

sagt Friedrich mit einem schmunzeln.

In Japan werde versucht, es jedem Recht zu machen, weshalb oft kein fester Termin vorgegeben werde. Stattdessen warte man, bis alle Zeit hätten. Ein Vorgehen, an das sich Friedrich erst habe gewöhnen müssen. Anfangs habe ihn diese Herangehensweise stark gestresst, da er sie aus Deutschland nicht kannte, sagt der Trial-Biker. Für die Einheimischen sei das hingegen völlig normal. Wenn dann erstmal ein passender Termin gefunden wurde, gehe aber alles relativ schnell.

Doch nicht nur international hat Friedrich einiges zu tun. Auch in der Heimat tue sich gerade Entscheidendes. Nach langer Suche habe er in Oberdingen eine neue Trainingsfläche unter freiem Himmel gefunden, die sich sehr gut eigne. Diese sei allerdings auf drei Jahre befristet. Der Gemeinderat habe dem Vorhaben bereits zugestimmt. Zuvor habe Friedrich noch eine große Halle in Sternenfels in Aussicht gehabt, kurz vor seiner ersten Reise nach Japan wurde der Deal aber vom Verkäufer abgesagt. Für die neue Fläche benötige er allerdings eine Baugenehmigung für das Aufstellen der Hindernisse, seines Parcours. Deswegen warte er aktuell noch auf Zustimmung des Landratamts Karlsruhe.

Da er zuletzt durch den großen Aufwand als Trainer und anderen Dingen kaum Zeit für sein eigenes Training gehabt habe, lautete seine Entscheidung im vergangenen Jahr, seine Karriere erstmal zu pausieren.

„Entweder ich mache es richtig oder gar nicht“,

sagt Friedrich.

Doch noch ein Wettkampf

Aufgrund dieser Entscheidung verpasste er im vergangenen Jahr auch zum ersten Mal seit zehn Jahren eine Europameisterschaft. Doch diese Pause hielt nicht allzu lange an. Kurz vor seiner jüngsten Reise nach Japan erhielt Friedrich eine Mitteilung vom Verband. Die Nachricht: Er müsse bei der Weltmeisterschaft in Saudi Arabien teilnehmen, sonst könne man kein Nationalteam stellen. Kurz darauf sei Friedrich nach Japan geflogen, um das Projekt weiter voranzutreiben und zu trainieren. Während einer Trainingseinheit habe er sich jedoch eine Rippe angebrochen und konnte deswegen nur eingeschränkt trainieren.

Daher sei er ohne optimale Vorbereitung zur Weltmeisterschaft in die Hauptstadt Riad gereist. Hier erreicht er in der Kategorie Men Elite 20, den 20. Platz. Im Teamwettbewerb konnte Friedrich – zusammen mit der Ötisheimerin Nina Reichenbach und Dennis Arnold – für die deutsche Mannschaft sogar die Silbermedaille gewinnen.

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