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Kreis Calw -  18.10.2026
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Trotz Einsatzbereitschaft: Auerhuhn-Aktion in Kaltenbronn fällt ins Wasser

Kaltenbronn. Der Bestand der Auerhühner im Schwarzwald wird von Experten auf etwa 220 Tiere geschätzt. Bis vor zehn Jahren lag der Bestand noch bei über 500 Tieren. Das Zuwachsen der Freiflächen und lichten Waldkulturen, aber auch die Einflüsse des Klimawandels und der Forstwirtschaft, gelten als Hauptursache für den stetigen Rückgang der Population.

Trübe Aussichten am Kaltenbronn: Wegen schlechten Wetters musste der geplante Arbeitseinsatz zum Schutz des Auerhuhns abgesagt werden.
Trübe Aussichten am Kaltenbronn: Wegen schlechten Wetters musste der geplante Arbeitseinsatz zum Schutz des Auerhuhns abgesagt werden. Foto: Frank Metzler

Diesen bedenklichen Trend zu stoppen, hat sich der Verein Auerhuhn im Schwarzwald (AIS) zum Ziel gesetzt. Um die Lebensräume des prächtigen Vogels zu pflegen und weiter zu verbessern, hat der AIS, gemeinsam mit dem Schwarzwaldverein, bereits zum fünften Mal zu einem Habitatpflegetag an neun verschiedenen Standorten im gesamten Schwarzwald eingeladen.

Teilnahmeplätze belegt

Um die für das Auerhuhn lebensnotwendigen lichten Strukturen zu schaffen, sollen dabei junge Bäume und Dickicht unter fachlicher Anleitung entfernt werden. Die Bereitschaft zur Mitarbeit unter den Naturfreunden hat die Organisatoren überwältigt. An allen Standorten waren die Teilnehmerplätze vergriffen. Also beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Habitatpflegetag 2026.

Doch die Schlechtwetterfront hat den Organisatoren leider einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht. Lediglich am Rohrhardsberg war die Durchführung der geplanten Arbeiten möglich. An allen anderen Standorten musste der Aktionstag abgesagt werden.

Ein Paradebeispiel für Engagement und Verbundenheit zur Natur ist die Geschichte von Corina Brutscher aus Gernsbach im Murgtal. Einen Großteil ihrer Freizeit verbringt die junge Frau in der Natur und mit Vorliebe im Gebiet rund um den Kaltenbronn. Daher fühlte sie sich vom Aufruf zur Mitarbeit am Habitatpflegetag angesprochen und meldete sich spontan an. Da es aber von ihrem Wohnort keine passende Busverbindung gibt, die am Morgen ein pünktliches Eintreffen am Infozentrum Kaltenbronn gewährleistet, entschloss sich die Naturliebhaberin bereits am Vorabend anzureisen.

Im Hotel Sarbacher bezog sie Quartier, selbstverständlich auf eigene Kosten. Von der Absage erfuhr sie erst, als sie beim vereinbarten Treffpunkt vor verschlossenen Türen stand. „Schade, dass es mit dem Arbeitseinsatz nicht geklappt hat, für das nächste Jahr werde ich mich aber auf alle Fälle wieder anmelden“, war das Fazit von Corina Brutscher.

Autor: Frank Metzler