Trump allmächtig? Der US-Präsident provoziert die Kirche
Sieht sich Donald Trump als Heiland? Mit seiner Kritik am Papst und einem blasphemisch anmutenden KI-Bild verärgert der US-Präsident selbst treuste Anhänger.
US-Erzbischof Coakley sagte, der Papst sei nicht Trumps Rivale und auch kein Politiker. «Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums heraus spricht und für das Wohl der Seelen sorgt.» Der Erzbischof von Denver, James Golka, verwies auf die katholische Lehre, die dazu aufrufe, «die Würde jedes Menschen zu achten und uns mit Höflichkeit und Respekt am öffentlichen Leben zu beteiligen».
Ärger mit langer Vorgeschichte
Leo war gleich nach seiner Wahl im Mai vergangenen Jahres als «Anti-Trump» bezeichnet worden - der jetzige Ärger hat eine lange Vorgeschichte. Bereits als einfacher Kardinal unter seinem bürgerlichen Namen Robert Francis Prevost hatte sich Leo gegen Äußerungen von Vance zur Migrationspolitik gestellt, der gesagt hatte, Christen sollten sich erst um die eigene Familie kümmern und dann um den Rest der Welt: «JD Vance liegt falsch: Jesus verlangt nicht von uns, unsere Liebe zu anderen abzustufen.»
Sich mit dem Vatikan anzulegen, schien für die Trump-Regierung immer vertretbar. Trump kam zwar zur Trauerfeier für Leos Vorgänger Franziskus, nicht aber zur Amtseinführung des ersten Pontifex aus den USA. In den ersten Monaten seiner Amtszeit machte Leo dann mehrfach deutlich, dass er die Dinge anders sieht als Leute wie Trump. Anfangs nannte er den US-Präsidenten aber nie beim Namen - das hat sich inzwischen geändert.
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