Gemeinden der Region
Schömberg -  23.04.2026
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Turmverkauf ist keine Lösung: Schömbergerin bringt wegen klammer Kassen Veräußerung ins Spiel

Schömberg. Wenn es um die Finanzen der Glücksgemeinde geht, dann gehen die Meinungen nicht selten weit auseinander. Und während Teile des Gemeinderats weiter auf die Anziehungs- und Strahlkraft des Aussichtsturms Himmelsglück in Schömberg setzen, wäre die Bürgerin Christina Keppler gerne bereit, den Turm zu verkaufen. Bei der jüngsten Bürgerfragestunde im Gemeinderat wollte sie daher wissen, ob die Kommune ihren 2021 eröffneten Aussichtsturm Himmelsglück als Freiwilligkeitsleistung betreibt und ob dieser womöglich veräußert werden könnte.

2021 wurde der Aussichtsturm eröffnet.
2021 wurde der Aussichtsturm eröffnet. Foto: Meyer

Schließlich, so hatte Christina Keppler im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung offenbar erfahren, wolle der Gemeinderat künftig gerade bei Freiwilligkeitsleistungen im sozialen Bereich den Rotstift ansetzen. Wenn auch der Betrieb des Turms Himmelsglück unter die Freiwilligkeitsleistungen der Glücksgemeinde falle, so schlussfolgerte Keppler, dann könne man ja vielleicht den Turm veräußern und dafür an anderer Stelle Projekte von Sparmaßnahmen verschonen.

Udo Bertsch, der als stellvertretender Bürgermeister die letzte Ratssitzung geleitet hatte, da Bürgermeister Matthias Leyn bereits außer Dienst, Neubürgermeister Matthias Stepan aber noch nicht Amt war, musste Christina Keppler enttäuschen. Zwar, so führte er aus, sei der Betrieb des Turms durchaus eine Freiwilligkeitsleistung. Würde die Gemeinde den Turm aber verkaufen, müsste die Kommune die für das Projekt erhaltenen Fördergelder, mit dem der Turmbau zu Schömberg aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes gefördert worden war, zurückzahlen. Dies sei keine Option. Für den Mitte 2021 eröffneten Aussichtsturm, der am Ende rund 3,8 Millionen Euro gekostet hat (geplant: 2,5 Millionen Euro), hatte die Kommune Landesfördermittel in Höhe von mehr als 1,2 Millionen Euro erhalten.

Nachdem der Gemeinderat in der jüngsten Ratssitzung den Haushalt für das laufende Jahr mit einem Defizit von 4,5 Millionen Euro verabschiedet hat, soll die Diskussion über mögliche Sparmaßnahmen bei den Freiwilligkeitsleistungen in Kürze erneut im Gremium geführt werden. Größere Einschnitte im sozialen Bereich hatte das Ratsgremium zumindest diesmal noch nicht beschlossen.