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Tiefenbronn -  07.01.2024
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Überall Narretei: Faschingstreiben beginnt in Tiefenbronn, Birkenfeld und Dennach

Tiefenbronn/Birkenfeld/Neuenbürg-Dennach. Zum Beginn der allemannischen Fasnet war in verschiedenen Orten der Region das närrische Treiben groß. In Birkenfeld wurden sechs Täuflinge begrüßt, Tiefenbronn tauft den Narrenbaum und auch Dennach startet frohen Muts in die Kampagne.

Schmellenprinz Lukas I. tauft den Tiefenbronner Narrenbaum rasch. Georg Kost
Schmellenprinz Lukas I. tauft den Tiefenbronner Narrenbaum rasch. Georg Kost Foto: Georg Kost

Tiefenbronner Baumtaufe

Närrisches Treiben war am Samstagabend in der Tiefenbronner Ortsmitte angesagt. Die Schmellenhopfer tauften ihren Narrenbaum, der mit den Zunftzeichen aller Häsgruppen bunt geschmückt wurde. Viele Zuschauer faneden sich rund um die Gemmingenhalle ein, um der launigen Zeremonie beizuwohnen.

Bis Aschermittwoch steht die Tiefenbronner Narrenwelt nun Kopf und das nicht nur, weil der Narrenbaum mit den Wurzeln nach oben aufgestellt ist.

Seit 2007 feiern die Schmellenhopfer dieses Spektakel. In dieser Zeit gab es immer wieder Anpassung, so im vergangenen Jahr. In Anlehnung des offiziellen Auftakts der schwäbisch-alemannischen Fasnet entschloss man sich seinerzeit, die Narrenbaumtaufe, die über viele Jahre hinweg erst in der Faschingswoche gefeiert wurde, auf den Tag der „Heiligen Drei Könige“ vorzuverlegen.

Und auch in diesem Jahr erlebte die Zeremonie eine Änderung. So wurde jetzt erstmals auf das zeitraubende Anbringen der Zunftzeichen verzichtet. Das war eine Änderung, die unter anderem ihre Ursache in der Verkehrssituation an der Pforzheimer Straße hat. So blieb dem einst vielbeschäftigten Narrenbaumkompetenzteam um Joachim Kirste und Oliver Jost nur noch das Anbringen des Wappens mit dem Konterfei des 52. Schmellenprinz Lukas I. (Pfeffinger). Die eigentliche Taufe des Narrenbaums hingegen verlief in diesem Jahr weitgehend unspektakulär, denn der 52. Schmellenprinz Lukas I. machte seine Arbeit sehr gut, das heißt, ohne Fehl und Tadel: Nur einen einzigen Versuch benötigte der Narrenprinz, um die Taufe mit der Sektflasche zu vollziehen. Dies sei nicht immer so gewesen, wie Zeremonienmeister Joachim Kirste, bei dem von ihm moderierten Spektakel, erwähnte.

Derweil feierte TCV-Vize-Präsident Michael Rau, der für seine erkrankte Präsidentin Vanessa Benzinger die Fahnen hochhielt, zusammen mit dem Elferrat, mit den Hästrägern aus den Zunftgruppen der Schmellenhopfer, Hexen, Brunnengeister, Teufel, Zottelböck, Gugguge und Geisterjäger und ebenso vielen Gästen im Narrendorf, bei Guggenmusik der Bü-Hoi Cravallos aus Büchenbronn. 

Dennacher Kampagnenstart

„Wenn einer an der Straße steht und vor Freude weint, sobald der Narr durch die Straßen zieht, dann trägt er die Fasnet im Herzen“, verkündete der neue Obertroll Philipp Härter bei der Begrüßung zahlreicher Abordnungen von befreundeten Vereinen. Neben dem Abstauben der Masken wurde mit Dagmar Schaffer auch eine neue Maskenträgerin getauft. Die handgeschnitzte Larve gab es nach dem Taufgelübde und unblutigem Annähen der Lauf-Nummer.

Unter musikalischer Begleitung der Büchenbronner Bü Hoi Cravallos galt es in den Schulhof einzuziehen, wo die Bergdörfler den Höhendörflern kräftig einheizten. In der sechswöchigen Kampagne wird der Troll mit seinem knitzen Gesicht, dem waldfarbenen Kostüm und seinen Holzschuhen auf zahlreichen Umzügen und Veranstaltungen bis in den Südschwarzwald nach St. Blasien präsent sein. Wer Maskenträger werden will, muss sich das Häs verdienen, verkündete der Obertroll. Und da lassen sich die Dennacher immer wieder Neues einfallen: Im Beisein von Bürgermeister Fabian Bader und Maskenschnitzer Herbert Wacker galt es einen Gerüst-Klettergarten zu durchlaufen mit dem Aufstieg über eine „Wackeltreppe“, dem Durchqueren des „Ring of Fire“, dem „Krabbelgang“ und dem Entlanghangeln an den „fliegenden Bäumen“. Zur Belohnung gab es an den einzelnen Stationen dann die Hästeile. 

Sechs Täuflinge in Birkenfeld

Birkenfeld. Mit einem dreifachen „Hogebier – moscht i mir“ sind die Birkenfelder Narren in die fünfte Jahreszeit gestartet. Die alte Tradition der schwäbisch-alemannischen Fasnacht lebt der 2008 gegründete Birkenfelder Fasnetsverein die „Hogebiere“ am 6. Januar nicht nur, indem die Masken aus der Truhe geholt und abgestaubt werden. Dazu wird auch kräftig gefeiert. Zahlreiche befreundete Vereine waren der Einladung in den Schulhof der Ludwig-Uhland-Schule gefolgt.

Ein treuer Gast ist auch Maskenschnitzer Herbert Wacker aus Conweiler, von dem das Unikat der aus Lindenholz geschnitzten Larve mit Gesicht in Form einer Birnenmaske stammt. Die Vorsitzende Annette Haug führte zusammen mit Jörg Mayer durch das Programm und bezeichnete das 14. Häsabstauben als besonderen Anlass: Mit Sara Bareis, Marius Müller, Lars Rupp, Maxi Waidner, Claire Bäcker und Stefan Kappler haben sechs neue Mitglieder ihr Häs erhalten. Damit die Täuflinge sicher durch die Narrenzeit kommen, mussten sie in einem „Birnenparcours“ mit Häs und Maske üben. Tänzerisch umrahmt wurde die Maskentaufe von der mittleren Garde der „Klemmer“, den Spiegel-Tanzmariechen Maya Brand und Lara Merkel, „Happy Feet“ der Klemmer aus Gräfenhausen, den Kieselbronner „Gugge-Gaiße“, den „Gugguggsgugga“ der Narrenzunft Ittersbach und den „Bääraklopfa“ aus Dietenhausen sowie zum Ausklang von DJ Andi. jk

Autor: rsr, jk,