Überraschender Schatz des Pforzheimer Schmuckmuseums: Bärlauchbrot und Kräutertee aus eigenem Anbau
Pforzheim. Pforzheim. Kinder, Kinder: Im Schmuckmuseum gibt es diesen Freitag selbst angebaute Kräuter in vielen Facetten – weil die Ausstellung „Aufgetischt“ endet. Und im Nebenprogramm ein Urban-Gardening-Projekt für ganz junge Pforzheimer geschmackvollen Ertrag liefert.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Oder vielleicht auch ein allzu hungriger Magen. „Nur so lange der Vorrat reicht“, schränkt Barbara Freymark vom Kulturamt nämlich umgehend ihre Ankündigung ein, wonach es an diesem Freitag im Schmuckmuseum Pforzheim zwischen 12 und 14 Uhr frisch geerntete Kräuter auf noch frischerem Brot gibt, konkret: Kressebrot, Sauerampferbrot, Bärlauchbrot. Und das Ganze auf Scheiben vom großen, anderthalb Kilo schweren Natursauerteig-Laib. Dazu kann, wer mag, sich einen Tee servieren lassen – ebenfalls aus eigenem Anbau direkt vor Ort, Zitronenmelisse – sehr zu empfehlen –, Pfefferminze, Zitronenverbene.
Viele Unterstützer
Nun gehören der Anbau von Nutzkräutern und Speisepflanzen, das Zubereiten von Nahrung und Getränken sowie die Verköstigung von Besuchern ja nicht zur Kernaufgabe des Schmuckmuseums. Diese ist dem Ausstellen von Preziosen und kostbaren Kunststücken aus Juwelen, Gold und anderen Edelmetallen vorbehalten und darin weltweit einzigartig. Im Rahmen der Ausstellung „Aufgetischt“ aber, die ebensolche Kunstwerke mit Bezug auf Speise- und Tischkultur zeigt und nun am Wochenende schließt, hat sich ein solches „Urban-Gardening“-Nebenprogramm angeboten.
Und so steht, errichtet vom städtischen Grünflächen- und Tiefbauamt und mit Unterstützung des Museums-Fördervereins ISSP sowie der „Pforzheimer Zeitung“ beziehungsweise der Jakob und Rosa-Esslinger Stiftung, seit einem Jahr ein hölzernes, vielleicht vier Meter langes und einen Meter breites Hügelbeet im Innenhof des Reuchlinhauses.
Die Museumspädagogen des Kulturamts, beauftragt mit der kulturellen Bildung der jüngsten Pforzheimer, setzen dort ihren Bildungsauftrag um: Fünf Gruppen von innerstädtischen Grundschulen und Kitas, deren Klientel bislang kaum Erfahrung mit Gärtnern, Landwirtschaft, natürlicher Lebensmittelerzeugung sammeln konnte, haben das Beet bepflanzt, wie Antja Plein und Barbara Freymark – eben besagte Museumspädagogen – berichten. Und diese Kinder sind es dann auch, die am Freitagvormittag zum Ernten sowie als allererste in den Genuss der frischen Kräuter nebst Brot kommen. Bevor dann ab 12 Uhr eben alle anderen dran sind, solange es davon hat.
Vorgeschmack am Vortag
Einen Vorgeschmack haben auf Einladung der ISSP (Internationale Gesellschaft der Freunde des Schmuckmuseums) und deren Vorsitzender Birgitta Hafner bereits Kinder und Enkel von ISSP-Mitgliedern erhalten, die am Donnerstag Hand im Garten anlegen – und die ersten Kräuter kosten durften.
