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Pforzheim -  28.01.2026
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Umbruch in der Pforzheimer Fußgängerzone: Das Burgerlokal „Burger Brothers“ geht, ein Nudelrestaurant soll kommen

Pforzheim. Die Brüderstraße zieht sich wie ein Canyon durch die Innenstadt – eingezwängt zwischen dem leeren Galeria-Block und der Baustelle des ehemaligen Sinn-Leffers-Gebäudes. Zentraler geht es kaum. Und doch ist die Straße geprägt von Leerstand und Provisorien. Nach zwei Jahren schließt nun das Restaurant „Burger Brothers“. Die Türen sind bereits verschlossen. Der Betreiber will anonym bleiben. In Pforzheim, sagt er, mache sein Scheitern sonst schnell die Runde. Er wirkt frustriert. Die Kosten seien zu hoch gewesen, Parkmöglichkeiten fehlten, dazu Ärger mit der Stadt und zu wenig Kundschaft. Hastig raucht er eine Zigarette vor der Tür. Er spricht von Tausenden Euro, vielleicht seien es auch nur Hunderte gewesen, die er an Strafzetteln habe zahlen müssen – weil er vor dem Lokal Waren abgeladen habe. Auch im Winter habe er die Sitzplätze vor dem Laden jedes Mal abbauen müssen, statt sie stehen lassen zu dürfen.

Nach zwei Jahren ist Schluss: „Burger Brothers“ schließt.
Nach zwei Jahren ist Schluss: „Burger Brothers“ schließt. Foto: Koß

Hinzu kamen Probleme mit der Vermieterin, wie er sagt: Erst habe sie sich am „Halal“-Konzept gestört, später die Miete erhöhen wollen – mit dem Hinweis, dass bald ein Edeka gegenüber einziehe. Noch dröhnen beim Entkernen des Ex-Sinn-Leffers-Gebäudes die Presslufthämmer. Die Kaltmiete liege inzwischen bei rund 3500 Euro – eine Summe, die angesichts der verhaltenen Frequenz in der Pforzheimer Innenstadt, steigender Kosten und wachsender Bürokratie kaum noch zu stemmen sei.

In den vergangenen Wochen wurde das Inventar bereits über eBay verkauft: Kühl- und Gefrierschränke, Grill und Bratplatte, Fritteuse, Monitore, Kassensystem, Arbeitsflächen. Das meiste sei inzwischen weg, sagt der Betreiber. Mit der Gastronomie, so klingt es, hat er vorerst abgeschlossen.

Die Tochter der Vermieterin berichtet der Redaktion, der scheidende Burgerwirt habe bereits einen Nachmieter gefunden. Im Februar solle umgebaut werden; ein asiatisches Nudelrestaurant wolle es dann mit Suppen in der Innenstadt versuchen.

Währenddessen wartet die Innenstadt weiter. Seit der Schließung des Sinn-Leffers-Hauses fehlt ein innerstädtischer Lebensmittel-Vollsortimenter, wie ihn der frühere Betreiber Bernhard Pischzan betrieb – ein Angebot, das viele vermissen. Im Neubau des Sozialrathauses soll es ihn künftig geben und möglicherweise das City-Tal beleben. Für den kleinen Burgerladen in der Brüderstraße kommt diese Perspektive zu spät.

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