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Neulingen -  22.06.2026
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Umgestaltung des Angers: Über Bauschlotter Ortskern intensiv diskutiert

Neulingen. Die geplante Umgestaltung des Angers im Neulinger Ortsteil Bauschlott stößt im Gemeinderat grundsätzlich auf Zustimmung, wirft aber weiterhin Fragen zu Kosten, Parkplätzen, Vorgärten, Verkehrsführung und einzelnen Ausstattungsmerkmalen auf. In der umfassenden Diskussion in der aktuellen Gemeinderatssitzung wurde deutlich, dass die Freiflächengestaltung Am Anger hinsichtlich der Vorentwurfsplanung kommunalpolitisch ein dicker Brocken ist.

Am Anger in Bauschlott: Im Zug einer vollständigen Neukonzeption der Freiflächen in der Ortsmitte soll es zu millionenschweren Investitionen kommen.
Am Anger in Bauschlott: Im Zug einer vollständigen Neukonzeption der Freiflächen in der Ortsmitte soll es zu millionenschweren Investitionen kommen. Foto: Röhr

Die aktuelle Kostenschätzung für die Freiflächengestaltung liegt bei rund 5,3 Millionen Euro netto. Allerdings könnten Planungselemente in der Zukunft teurer ausfallen als bislang gedacht. Angesichts weiterer anstehender Großprojekte wurde im Rat intensiv über die finanzielle Belastbarkeit diskutiert. Ein zentrales Thema bildete die Parkplatzsituation. Während die Wettbewerbsplanung vorsieht, Stellplätze überwiegend an die Südseite entlang der Landesstraße zu verlagern, wurden Sicherheitsbedenken geäußert. Kritiker befürchten Gefahren für Fußgänger und Kinder sowie Behinderungen des Verkehrs. Befürworter sehen darin eine deutliche Aufwertung des Angerbereichs und weniger Verkehr im Ortszentrum. Auch aus der Bürgerschaft kamen Einwände gegen den Wegfall bisheriger Stellplätze.

Diskutiert wurde außerdem der Umgang mit den Vorgärten entlang des Angersträßchens. Die Planer hatten vorgeschlagen, bestehende Vorgartensituationen gestalterisch einzubinden. Dabei stellte sich die Frage, wie mit Flächen umzugehen ist, die teilweise öffentlich und teilweise privat genutzt werden. Anwohner äußerten Sorgen über mögliche Eingriffe in ihre Grundstücke und künftige Pflegekosten. Die Verwaltung stellte klar, dass keine Enteignungen vorgesehen sind und Lösungen nur gemeinsam mit den Eigentümern gefunden werden sollen. Kontrovers diskutiert wurden auch die geplanten niedrigen Mauern entlang der Vorgärten. Sie sollen den öffentlichen Raum fassen und gestalterisch aufwerten, könnten nach Ansicht einiger Ratsmitglieder aber zu Nutzungskonflikten führen oder beim Ein- und Ausparken stören. Ein Verzicht würde zwar Einsparungen von rund 200.000 Euro bringen, nach Einschätzung der Planer jedoch die gestalterische Wirkung deutlich schwächen.

Weitere Klärungsbedarf gab es über den geplanten Festbereich, das sogenannte Angerstadl, mögliche Toiletten- und Küchenlösungen sowie Wasserspiele als Ersatz für den bisherigen Helmut-Britsch-Brunnen. Dabei standen vor allem Betriebskosten, Nutzbarkeit und langfristiger Unterhalt im Mittelpunkt.

Der Gemeinderat fasste mehrere richtungsweisende Detailbeschlüsse für die weitere Planung. Die Vorgärten sollen in ihrer heutigen Struktur erhalten bleiben, also weiterhin teilweise auf privaten und teilweise auf öffentlichen Flächen liegen. Die Alternative, Vorgärten ausschließlich auf Privatflächen vorzusehen, fand keine Zustimmung. Für die Parkierung wurde die Wettbewerbsvariante beschlossen. Die Stellplätze sollen damit auf der Südseite des Bereichs angeordnet und der innere Angerbereich weitgehend von parkenden Fahrzeugen freigehalten werden. Einen von der CDU beantragten verbindlichen Kostendeckel von 5,5 Millionen Euro brutto lehnte der Gemeinderat ab. Stattdessen soll die weitere Planung an einem Kostenrahmen orientiert werden. Einstimmig beschlossen wurde, das kleine Angersträßchen künftig mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Metern als verkehrsberuhigten Bereich weiter zu planen. Dies soll mit einer Einbahnstraßenregelung geprüft werden.

Verzicht auf Wasserspiele

Außerdem entschied der Rat mehrheitlich, auf sämtliche Wasserspiele als Ersatz für den bisherigen Brunnen zu verzichten. Ausschlaggebend waren vor allem die erwarteten Betriebs- und Unterhaltungskosten.

Damit bleibt die grundlegende Wettbewerbsplanung erhalten. Die Planer sollen nun auf Basis der gefassten Beschlüsse die Entwurfsplanung weiter ausarbeiten und dabei insbesondere Fördermöglichkeiten, Kostenentwicklung und die Abstimmung mit den betroffenen Anwohnern berücksichtigen.pz

Autor: pz