Unruhe in Nagelsmann-Idylle nach dem Warnschuss
Das Warten auf den ersten K.o.-Runden-Gegner geht weiter. Drei Optionen gibt es noch. Aber nach dem 1:2 gegen Ecuador muss sich der Bundestrainer vor allem Gedanken um sein eigenes Team machen.
Als Julian Nagelsmann kurz vor Mitternacht wieder in der Idylle von Winston-Salem eingetroffen war, war für den Bundestrainer auf seiner WM-Mission nichts mehr wie vorher geplant. Das nervige Warten auf den ersten K.o.-Runden-Gegner war nach dem tabellarisch unerheblichen 1:2 (1:1) gegen Ecuador plötzlich nicht mehr Hauptthema, sondern die Verfassung der eigenen Mannschaft. Die erste Turnier-Niederlage im Finalstadion bei New York hat nicht nur Fragen und Baustellen aufgeworfen, sondern massive Bedenken.
Nagelsmann war sich um einen verbalen Spagat zwischen lehrreichem Dämpfer und Warnschuss vor dem Sechzehntelfinale am Montag (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough bemüht. «Niederlagen sind nie gut, auch nicht in einem Spiel, wo es tabellarisch um nichts geht. Es ist wichtig, dass wir Lehren daraus ziehen, es dann aber rechtzeitig abhaken und nach vorn schauen», sagte der 38-Jährige: «Jetzt geht es darum, das nächste Spiel gut anzugehen, da alles reinzulegen, um zu gewinnen und die nächste Runde zu erreichen.» Dafür müsse man allerdings schon «ein paar Dinge besser machen».
Schottland, Schweden oder Paraguay
Als der Bundestrainer und seine Spieler im deutschen Morgengrauen im Teamhotel The Graylyn Estate zu Bett gingen, kamen nach den Ergebnissen vom Donnerstag gerade noch drei Gruppendritte als Gegner für den ersten Showdown mit möglicher Verlängerung und Elfmeterschießen infrage: Schottland, Schweden und - als wahrscheinlichste Option - Paraguay.
Das klang nach Durchhalteparole. «Wir wissen, dass wir in der Knock-Out-Phase eine bessere Leistung brauchen werden, egal gegen welchen Gegner», sagte Turnier-Veteran Neuer. Es gab immerhin auch zwei positive Nachrichten. Der oft gescholtene Sané traf endlich und arbeitete auch defensiv gut mit. Und Youngster Nathaniel Brown wird nach seinen muskulären Problemen im ersten K.o.-Spiel fit zurückerwartet, um den überforderten David Raum zu ersetzen. Nagelsmann zeigte sich kämpferisch: «Es ist ein neues Spiel am Montag.»
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