„Unschönen“ Haushalt beschlossen: In Dobel gibt es keine Aussicht auf Besserung
Dobel. „Ich freue mich wirklich nicht darüber, so einen unschönen Haushalt einbringen zu müssen“, sagte der neue Dobler Kämmerer Holger Hermann bei der Haushaltsverabschiedung am Dienstagabend. Und auch für die Zukunft machte er keine Hoffnung auf Besserung: „Wir müssen uns selbst helfen, die Löcher zu stopfen“, meinte er.
Auch Markus Treiber fand für die Fraktion pro Dobel deutliche Worte. Er warnte davor, dass die Gremien und auch die Bevölkerung angesichts der katastrophalen Lage der Kommunen langsam abstumpfen würden.
„Wir haben keine Chance, die Löcher zu stopfen“, meinte er angesichts der Tatsache, dass Dobel nicht auf große Gewerbegebiete mit vielen Einnahmen blicken könne.
Mit dem Haushalt sei daher ein Hilferuf der Ehrenamtlichen an Land und Bund verbunden. „Die Leute wissen nicht mehr, wie es weiter gehen soll“, meinte er. Er unterstrich, dass zum Beispiel der Kindergarten einfach nicht kostendeckend zu betreiben sei, genauso wie die Schulkindbetreuung. Er kritisierte die massive Zunahme an Gutachten, die für viele Beschlüsse benötigt würden – wie zum Beispiel für den Abriss und Neubau des Nettomarktes.
„Wir wollen trotzdem keine freiwilligen Leistungen für unsere Bürger streichen“, stellte er klar, betonte aber zugleich: „Wir sind handlungsunfähig. Wir haben keine Chance, das zu lösen.“
Dobels Bürgermeister Christoph Schaack gab ihm Recht und meinte: „Früher haben wir Dinge erschaffen. Heute verwalten wir nur noch Mängel. Das fühlt sich an wie Kaffeesatz, der immer wieder aufgebrüht wird.“
Und Tobias Neubauer (freie unabhängige Dobler) unterstrich:
„Man darf nicht versuchen, die Situation zu beschönigen. Auf die gemeinden wird von außen immer mehr Druck ausgeübt. Aber Dobel kapituliert nicht.“
Ein Stillstand wäre zwar bequem, aber gefährlich. Stattdessen müsse man mit klarem Fokus weiter investieren. Und Schaack ergänzte: „Wir lassen uns das positive Denken nicht nehmen.“
