Gemeinden der Region
Bad Wildbad -  12.03.2025
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Verkauft: Wer zieht jetzt in die ehemalige Sana Klinik in Bad Wildbad ein?

Bad Wildbad. In dieser Woche war es endlich soweit: Der Calwer Landrat Helmut Riegger verkündete in der Sitzung des Calwer Kreistages den Verkauf des Gebäudes in der König-Karl-Straße an das Stuttgarter Unternehmen LC Verwaltungs GmbH. Bereits seit Beginn des Jahres schien das Projekt auf der Zielgeraden zu sein. Nun wurde die Übergabe offenbar offiziell vollzogen. Und was passiert dort nun?

Seit Sommer 2022 steht das Gebäude der ehemaligen Sana Klinik leer. Nun hat der Landkreis Calw den Komplex an ein Stuttgarter Unternehmen verkauft.
Seit Sommer 2022 steht das Gebäude der ehemaligen Sana Klinik leer. Nun hat der Landkreis Calw den Komplex an ein Stuttgarter Unternehmen verkauft. Foto: Moritz

Im Frühjahr 2022 war aus wirtschaftlichen Gründen das Aus der auf Orthopädie spezialisierten Sana Klinik in Bad Wildbad verkündet worden – ein herber Schlag für die Stadt und das gesamte obere Enztal. Ende Juli 2022 schlossen sich dann die Türen der Klinik tatsächlich – im August 2022 übernahm der Landkreis das Klinikgebäude, um gemeinsam mit der Stadt die Zügel bei der Folgenutzung in der Hand behalten zu können. Kurzzeitig waren zwei ortsansässige Rehakliniken im Gespräch gewesen, die das Gebäude gemeinsam nutzen wollten. Nun gibt es eine andere Lösung mit einem Unternehmen aus Stuttgart, das auf seiner Homepage zahlreiche Mehrfamilienhäuser als Referenzen abbildet– ein Projekt mit medizinischer und pflegerischer Nutzung ist hier noch nicht vorzufinden.

„Unser Ziel ist es, aus dem vorhandenen Potenzial dauerhaft attraktive Immobilien mit Charakter entstehen zu lassen“, heißt es auf der Homepage weiter.

Doch was bedeutet das nun genau für das im Jahr 2009 erbaute, imposante Gebäude in der König-Karl-Straße im Herzen der Bad Wildbader Innenstadt? Wer soll dort künftig einziehen? Und wie können die Menschen in der Region davon profitieren? Das Unternehmen hält sich weiter bedeckt. Kurz vor Redaktionsschluss kam am Mittwoch die Information, die Geschäftsleitung sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu einer Stellungnahme bereit. Dabei hatte die Firma bereits im Januar angekündigt, mehr Details gebe es dann, wenn alles in trockenen Tüchern sei.

Der Calwer Landrat Helmut Riegger, der am Mittwoch ebenfalls nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, hatte bereits im Januar gesagt, das Unternehmen verpflichte sich, für die nächsten zehn Jahre Gesundheitseinrichtungen im ehemaligen Sana-Gebäude zu schaffen. Dazu gehörten Arzt- und Facharztpraxen und Kurzzeitpflege, aber kein Altersheim. Auch die radiologische Praxis solle erhalten bleiben, sie habe ihren Vertrag langfristig verlängert, so Riegger im Januar.

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, was im Gebäude nun tatsächlich passiert: Für Bad Wildbad ist der Verkauf eine gute Nachricht. „Gemeinsam mit dem Investor aus Stuttgart haben wir bereits vorausgedacht und ein Konzept für die Belebung mit medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Bausteinen entwickelt“, sagt Bad Wildbads Bürgermeister Marco Gauger auf Nachfrage der PZ. Jetzt könne mit der Umsetzung begonnen werden und damit, die potenziellen Partner „mit an Bord zu nehmen“.

„Es wartet noch einiges an Arbeit, aber die neuen Möglichkeiten werden dem Gesundheitsstandort Bad Wildbad einen kräftigen Schub geben“, ist sich Gauger sicher.

Der Bedarf an Nachsorgeangeboten im Anschluss an Klinikaufenthalte sowie nach Pflege- und Kurzzeitpflegeplätzen sei sehr hoch. „Für diese Angebote bietet das Gebäude beste Voraussetzungen. Auch als Schnittstelle zu den Kur- und Wellnessangeboten in unserer Stadt gibt es gute Ansätze“, meint der Bürgermeister.

Die Immobilie ging laut Riegger „ohne Kaufpreis“ an die Stuttgarter Firma über, im Gegenzug sei der Landkreis von Rückforderungen freigestellt worden.