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Pforzheim -  29.06.2019
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Vermisster 57-jähriger Pforzheimer wurde getötet - 36-Jähriger in U-Haft

Pforzheim. Der seit Freitag, 21. Juni, vermisste 57-jährige Mann aus Pforzheim-Hohenwart ist am vergangenen Sonntag tot in Frankreich aufgefunden worden. Er ist ersten Ermittlungen zufolge einer Gewalttat zum Opfer gefallen. Dies hat eine Obduktion am Mittwochmorgen ergeben.

Der Wagen des vermissten Pforzheimers wurde an der Abnobastraße in Pforzheim entdeckt.
Der Wagen des vermissten Pforzheimers wurde an der Abnobastraße in Pforzheim entdeckt. Foto: Polizei Karlsruhe

Die Identität des 57-Jährigen Schmuckhändlers konnte erst am Freitag eindeutig geklärt werden. Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat beim Kriminalkommissariat Pforzheim eine 37-köpfige Sonderkommission unter dem Namen "Brosche" zur Aufklärung des Kapitaldelikts eingerichtet. Der 57-Jährige war am besagten Freitagnachmittag in Pforzheim zuletzt gegen 13 Uhr an der Stolzestraße bei einem Geschäftstermin gesehen worden. Sein Fahrzeug, ein schwarzer Golf, wurde geparkt an der Abnobastraße entdeckt.

Deutscher Tatverdächtiger ermittelt

Beamte der Soko "Brosche" haben am Freitagabend einen 36-jährigen deutschen Tatverdächtigen festgenommen, der am Samstagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe/Zweigstelle Pforzheim einem Richter vorgeführt wurde, der Haftbefehl erließ und ihn in eine Justizvollzugsanstalt einwies.

Zeugen, die das Opfer am Freitag, 21. Juni gesehen oder eine Beobachtung in Verbindung mit dem schwarzen Golf gemacht haben, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter Telefon (0721) 6660, zu melden.

Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Polizei keine weiteren detaillierten Informationen veröffentlichen.

Die Familie des Mannes hatte bereits am vergangenen Wochenende über die Sozialen Medien nach ihm gesucht. Ein Suchbild des Mannes war unter anderem über Snapchat, Instagram und Facebook geteilt und an die PZ gesendet worden. Die Polizei hatte auch mit einem Hubschrauber nach dem 57-Jährigen gesucht.

Die jüngsten Tötungsdelikte in der Region

Im Mai 2019 kommt es an einem Wochenende gleich zu zwei Tötungsdelikten an einem Wochenende: In Tiefenbronn-Mühlhausen tötet ein 60-jähriger Mann seine Frau und den jüngeren Sohn – der ältere überlebt schwerverletzt. In Brötzingen ersticht ein 27-Jähriger seine Ehefrau.

Ein betrunkener 61-Jähriger in Schömberg-Langenbrand soll seinen 55-jährigen Bekannten mit einem Messer getötet haben

Im vergangenen Jahr gab es gleich vier spektakuläre Gewalttaten, die tödlich endeten. Mitte September 2018 wird am Straßenrand zwischen Dobel und Bad Herrenalb die Leiche eins 41-jährigen Irakers, der zuletzt in Baden-Baden wohnte, gefunden. Er wurde am Leichenfundort erschossen. Die Täter wurden bereits verurteilt.

So weit ist der Mordfall Simon Paulus noch nicht gediehen. Ende August 2018 verschwand der 50-Jährige in Gräfenhausen. Seine Leiche wurde im Pforzheimer Hagenschieß vergraben. Ein 29-jähriger Italiener aus Pforzheim soll Paulus umgebracht haben. 

[ In einer Multimedia-Reportage blickt die PZ zurück auf einen der spektakulärsten Fälle der Region: Vom Verschwinden bis zum Prozess – der Fall Simon Paulus ]

Ende Mai 2018 soll ein 24 Jahre alter Altenpflegehelfer in Oberderdingen ein nicht belegtes Bett in einem Zimmer in einem Seniorenheim angezündet haben. Dabei starb eine hilflose Seniorin, die im gleichen Raum gelegen hatte. Der Verdächtige wurde im März 2019 aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Zwei Monate zuvor erstach ein 42-Jähriger auf offener Straße in Mühlacker seine von ihm getrennt lebende Frau. Im Oktober wurde er vom Landgericht Karlsruhe zu lebenslanger Haft verurteilt.

Autor: tok/pol/pz