Viel Erde wirft viele Fragen im Gemeinderat Königsbach-Stein auf
Königsbach-Stein. Ein Punkt taucht über Fraktionsgrenzen hinweg in allen Wortmeldungen auf: nämlich der Wunsch nach einer umfassenderen Kommunikation im Vorfeld. Davon abgesehen gibt es im Gemeinderat unterschiedliche Ansichten zu den Erdbewegungen, die vor kurzem im Königsbach-Steiner Gemeindewald über die Bühne gegangen sind. Kritische Töne in Richtung Forst kommen vor allem von der Bürgerliste.
Aber es gibt auch viel Lob für die Arbeit von Forstamtsleiter Andreas Roth und Revierförster Thilo Klotz, die die Arbeiten im Bereich des Großen Walds bei Königsbach ausführlich erklären. Dort befand sich früher eine Deponie, in der jahrelang Erdmaterial abgelagert und verdichtet wurde. Als die Fläche im neuen Jahrtausend an den Forst zurückfiel, versuchte dieser laut Roth, wieder Bäume wachsen zu lassen. Dass es dort vor kurzem umfangreiche Erdarbeiten gegeben hat, ist für den Forstamtsleiter ein üblicher Vorgang, der notwendig war, um die Tragfähigkeit des Bodens im Bereich der Wege zu verbessern. Dazu hat man laut Roth zunächst das nicht tragfähige Material ausgegraben, auf beide Seiten weggeschoben, zu einer Böschung modelliert und anschließend in der Mitte der Wege einen geeigneteren Untergrund eingebracht, konkret grobkornreiches Material, das sich verzahnt. Vorher wurde es vom Landratsamt beprobt, mit dem Ergebnis, dass es „überdurchschnittlich geeignet“ ist.
Aus Roths Sicht wurden die Arbeiten „sehr umfassend“ gedacht. Etwa, indem man zur Verbesserung des Hochwasserschutzes eine Rückhaltevorrichtung geschaffen und mehrere Tümpel angelegt habe für Tierarten, die Feuchte lieben.
Ein Steinriegel soll noch folgen. Roth ist überzeugt, dass das Ganze „fachlich gut funktioniert“ hat, genauso wie bei vergleichbaren Arbeiten in der Vergangenheit. Gesprächsbedarf gibt es im Ratssaal trotzdem. Etwa bei Imke Querengässer (Bürgerliste), die behauptet, statt der ursprünglich angedachten 500 Kubikmeter seien 1.500 eingebracht worden. Doch laut Roth hat man keinesfalls absehen können, wie weich der Untergrund sei. Ute Fischer (FWV) plädiert dafür, die Arbeit im Forst im Gesamtzusammenhang zu betrachten und nicht gezielt einzelne Aspekte herauszugreifen. Fischer sieht darin „eine Frage der Wertschätzung“, auch gegenüber den Mitarbeitern, die es betrifft. Auch Felix Schumacher (FWV) plädiert dafür, den Experten die notwendige Kompetenz zuzubilligen. Und Sascha Leonhard (Grüne) betont: „Der Forst macht einen wirklich guten Job bei uns in der Region.“
