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Straubenhardt -  16.05.2024
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Vier-Sterne-Hotelprojekt kommt auf Schwanner Warte ins Rollen

Straubenhardt. Nach dem Willen des Straubenhardter Gemeinderats könnte in einiger Zukunft etwas Großes Platz finden auf der Schwanner Warte. Der Gemeinderat hat hierfür zumindest baurechtlich die Weichen nun entsprechend gestellt. Die Vision: Ein modernes Vier-Sterne-Hotel mit 78 Zimmern und Suiten, einem Spa-Bereich, einer Erweiterung der Restaurantflächen sowie einem Saalanbau für eine Braustube. Bereits die Skizzen des Berliner Architekten Christian Heyde, der extra für die Sitzung aus der Hauptstadt angereist war, veranschaulichten eindrücklich, dass das Geplante nichts mehr mit dem aktuell leerstehenden Adlerhof vergleichbar sein wird.

Adlerhof Schwann
Vision für den Adlerhof auf der Schwanner Warte: Ein Hotel mit 78 Zimmern, Spa-Bereich sowie einem Saalanbau für eine Braustube entstehen. Foto: Dast-Kunadt

Es hat sich schnell gezeigt, dass eine Sanierung des alten Gebäudes nicht ausreichend ist“, erläuterte Heyde dem Gremium. Erforderlich sei eine Transformation, eine Anpassung an moderne Bedürfnisse. Statt des verwinkelten und in der Architektur über viele Jahre Stück für Stück gewachsenen alten Gebäudes, könnte künftig auf dem Grundstück ein modernes, gradliniges, kubisches Gebäude mit Holzfassade, teilweiser Fassadenbegrünung sowie kompletter Dachbegrünung auf dem geplanten Flachdach entstehen. Das Gebäude soll nach Westen für weitere Zimmer und den Spa-Bereich erweitert werden.

Zudem ist ein zusätzliches viertes Geschoss angedacht. „80 bis 90 Zimmer sind laut Gutachten erforderlich, um eine Wirtschaftlichkeit des Projekts zu gewährleisten“, so der Architekt. Ein Jahr lang sei alles geprüft, kalkuliert und durchdacht worden. Auch in Punkto Nachhaltigkeit haben sich die Planer bereits viele Gedanken gemacht: Eine Photovoltaikanlage soll auf das Flachdach kommen, Wärmepumpen sind vorgesehen, der Innenausbau mit gesunden und emissionsarmen Materialien erfolgen, auch Innenraumbegrünungen und auch eine naturnahe Umgestaltung des Grundstücks sind angedacht. Doch das alles ist noch Zukunftsmusik, wie Bürgermeister Helge Viehweg verdeutlichte. „Worum geht es heute“, fragte er in die Runde, nachdem diese sich zuvor auf die Details der Vision konzentriert hatte.

Denn während die einen die Planungen für ein modernes Vier-Sterne-Hotel begrüßten und lobten, fragten andere immer wieder nach, ob das Geplante nicht zu groß, zu massiv sei. Ein Bürger hatte im Rahmen der Bürgerfragestunde zuvor geäußert, dass er als Anwohner in etwa 460 Metern Entfernung unterhalb des Hotels, große Bedenken und Sorgen habe. „Dieses riesige Teil verändert nachhaltig unsere Landschaft“, sagte er. Zudem befürchte er, dass der Hotelbetrieb mit Braustube zu laut werde. Auch die Frage nach ausreichend Pkw-Stellplätzen beschäftigte mehrere Ratsmitglieder. „Hierzu gibt es noch keine Planung“, antwortet Heyde. Diese Frage sei erst im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens zu klären. Dafür sei es aktuell zu früh. „Heute geht es nicht um das Wie, sondern um das Ob“, verdeutlichte Viehweg. Mit der Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Projekt Panorama“ positioniere sich die Gemeinde ganz grundsätzlich, ob es dort oben auch künftig einen Hotelbetrieb geben wird, so der Bürgermeister. Und: „Als Gemeinde sind wir erstmal froh, dass es weitergehen soll“, betonte er. Viehweg wies zudem darauf hin, was Straubenhardt auf dem Gelände des ehemaligen Adlerhofes nicht haben wolle: „Wir wollen dort keine Ruine haben und auch keine anderweitige, möglicherweise fragwürdige Nutzung des Gebäudes.“

Für seinen Geschmack gebe es zu viele Hürden und Bedenken; auch von Anwohnern. „Die Schwanner Warte war schon immer ein Ausflugsziel und es gab dort schon immer Gastronomie“, sagte er. Das sei keine neue Situation. „Sobald es um das Wie des Hotel-Projekts geht, werden wir uns selbstverständlich an die gesetzlichen Vorgaben halten“, so Viehweg weiter.Aber rein politisch sei das Projekt absolut gewünscht und gewollt. Das sah letztlich auch die große Mehrheit von 14 Gemeinderatsmitgliedern so und sprach sich für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans aus.

Autor: kun

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