Vor den Augen ihrer Frauen: Männer gehen im Bodensee unter
Trotz Tauchern, Hubschrauber und Sonar: Von den zwei vermissten Senioren im Bodensee fehlt jede Spur. Wie riskant Baden bei der Hitze werden kann, zeigt ein Blick auf weitere Fälle.
Vor den Augen ihrer Frauen sind zwei ältere Männer nach einem Sprung in den Bodensee untergegangen und verschwunden. Auch nach einer mehrstündigen Suche fehlt von den beiden 71 und 76 Jahre alten Männern jede Spur. Die Suche war am Vormittag fortgesetzt worden und dauert an, wie die Polizei mitteilte.
Die Männer waren am Donnerstagnachmittag mit ihren Frauen auf einem Mietboot unterwegs, als sie rund 200 Meter vor dem Hafen Kirchberg ins Wasser sprangen und untergingen. Wasserschutzpolizei und Feuerwehr waren auf dem See unterwegs, auch Taucher der DLRG, Hubschrauber und Mantrailerhunde sowie zwei Sonargeräte wurden eingesetzt - erfolglos. «Trotz intensiver Suche konnten die beiden verunfallten Männer am selben Tag nicht aufgefunden werden», sagte ein Polizeisprecher.
Suchen bis es sinnlos wird
Die Wasserschutzpolizei und die anderen Einsatzkräfte wollen so lange suchen, bis sie die beiden Vermissten finden oder die Suche keinen Sinn mehr hat. «Wir versuchen alles Menschenmögliche und haben weit über das normale Maß hinaus Rettungskräfte im Einsatz», sagte der Leiter der Wasserschutzpolizeistation Friedrichshafen, Joachim Broschek.
Bereits am Donnerstagabend hatten die Suchmannschaften Drohnen eingesetzt, diese Suche sollte ausgeweitet werden. Drohnen hätten den Vorteil, von Reflexionen an der Wasseroberfläche weitgehend verschont zu bleiben, weil mit ihnen senkrecht aufs Wasser geschaut werde. Auch Leichenspürhunde sollen nach Angaben des «Südkuriers» auf Booten eingesetzt werden. Sie können leblose Körper auch in Dutzenden Metern unter der Wasseroberfläche aufspüren.
Mehrere Badetote in den vergangenen Tagen
In den vergangenen, extrem heißen Tagen sind in mehreren Regionen des Landes Menschen bei Badeunfällen verunglückt, einige kamen auch ums Leben. So starb ein 19-Jähriger beim Schwimmen im Binninger See bei Hilzingen (Kreis Konstanz). Er hatte sich zunächst mit Freunden auf einer Luftmatratze in der Mitte des Sees aufgehalten und wollte dann allein ans Ufer zurückschwimmen. Dabei dürfte er die Entfernung zum Ufer unterschätzt haben.
Kurz zuvor konnte auch im Badesee in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) ein 74-jähriger Schwimmer nur noch tot aus dem Wasser gezogen werden. Im Epplesee bei Karlsruhe ertrank ein 23 Jahre alter Mann, der laut Zeugen beim Baden nicht mehr auftauchte.
Im Juni 2025 starben laut DLRG sieben Menschen in baden-württembergischen Gewässern. Im Gesamtjahr 2025 kamen 43 Menschen ums Leben, das waren 5 weniger als im Jahr zuvor.
© dpa-infocom, dpa:260625-930-285140/5
