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A8 -  07.01.2026
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Warum der Standstreifen auf der A8 bei Karlsbad seit Monaten nicht freigegeben wird

Pendler wundern sich seit Monaten, warum der Standstreifen auf der A8 bei Karlsbad nicht freigegeben wird. Die Autobahn-Gesellschaft Südwest nennt technische Gründe – und einen Zeitplan.

Eine Kamera war kaputt, nun soll im Frühjahr die Anlage für die Entzerrung des A8-Verkehrs über den Standstreifen hoch nach Karlsbad teils wieder funktionieren. Aber die seitliche Spur am Brückenbauwerk des Anstiegs muss noch verstärkt werden.
Eine Kamera war kaputt, nun soll im Frühjahr die Anlage für die Entzerrung des A8-Verkehrs über den Standstreifen hoch nach Karlsbad teils wieder funktionieren. Aber die seitliche Spur am Brückenbauwerk des Anstiegs muss noch verstärkt werden. Foto: Autobahn-GmbH Südwest

Enzkreis/Karlsbad. Vor drei Jahren richtete die Autobahn-Gesellschaft Südwest auf dem Anstieg der A8 vom Karlsruher Dreieck bis Karlsbad eine Steuerung des Verkehrs ein, um Staus zu entzerren. Quälten sich Lastwagen an Lastwagen auf den Buckel, öffnete die moderne Anlage auf der dreispurigen Strecke zusätzlich die Fahrt auf dem Standstreifen. „Doch warum gibt es seit Monaten dort keine Freigabe der Standspur?“, fragte ein Leser die PZ – „uns als Berufspendlern wird auf der A8 ohnehin seit Jahren einiges zugemutet.“ Von Freunden habe er gehört, dass die Anlage womöglich „nicht mehr in Betrieb genommen werden darf“.

Was sagt die Autobahn-GmbH zu dem Verdacht des Pendlers? Voraussichtlich im Frühjahr werde die Anlage wieder funktionieren, sagte Sprecherin Linda Mayer: „Zunächst ab dem zweiten Anzeigebereich.“ Gemeint ist die Gerade nach Karlsbad. Eine für die Steuerung nötige Kamera sei defekt gewesen. Doch bevor der Schwerverkehr dauerhaft und durchgehend von der Hangkurve an den Standstreifen nutzen könne, seien „technische Maßnahmen erforderlich, damit dort das Brückenbauwerk die zusätzliche Belastung sicher aufnimmt“. Die Planung dieser Arbeiten laufe bereits, die Verkehrssicherheit „auf den regulären Fahrstreifen ist aber jederzeit gewährleistet“, so Mayer.

Anlage bleibt wichtig

Die Anlage bleibe ein wichtiger Bestandteil des Verkehrskonzepts:

„Sie wurde Anfang Dezember 2022 mit Unterstützung von Mitteln der Europäischen Union eingerichtet, um die Leistungsfähigkeit der A8 zu erhöhen.“

Die aktuelle Situation bedeute nicht, dass die Anlage „nicht mehr betrieben werden darf“, wie der PZ-Leser vermute, sondern dass „wir vorübergehend wichtige Voraussetzungen für die Sicherheit schaffen und die Steuerung für die teilweise Freigabe des Standstreifens anpassen“.

Wie funktioniert die Öffnung einer weiteren Spur? Dies „wird dynamisch durch spezielle Anzeigetafeln signalisiert und ist mit Tempogrenzen, oft 100 Kilometer pro Stunde, verbunden, wobei für Pannen Nothaltebuchten zur Verfügung stehen“, teilte die Niederlassung Südwest der Autobahn-Gesellschaft bei der Einweihung vor drei Jahren mit. „Gerade der hochbelastete Abschnitt der A8 zwischen dem Autobahndreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad profitiert nun von einer verkehrsabhängigen Verbesserung des Verkehrsflusses,“ sagte damals Michael Theurer (FDP), zu dieser Zeit noch Staatssekretär im Verkehrsministerium der einstigen Ampel-Regierung.

Ob der Seitenstreifen vom Tal Richtung Karlsbad frei von Hindernissen ist, wird in der Stuttgarter Verkehrsleitzentrale der Niederlassung Südwest „von zwölf dynamischen Videokameras mit spezieller Schwenk-Neige-Technik entlang der 2,8 Kilometer langen Strecke überprüft“. Dieser stauanfällige Buckel ist dreispurig ausgebaut, jedoch geprägt von einer starken Steigung (7,5 Prozent) und einigen Kurven. Zudem seien „durch die Verflechtung der A5 mit der A8 beim Autobahndreieck Karlsruhe Spurwechsel gleich über mehrere Fahrstreifen zu verzeichnen“, sagte Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn-Gesellschaft Südwest bei der Eröffnung. Rund 2,5 Millionen Euro kostete das Gesamtpaket der Steuerungsanlage. Ein Drittel davon kam aus EU-Fördertöpfen.