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Unterreichenbach -  17.06.2026
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Waschbären sorgen für Probleme: Unterreichenbach will Stadtjäger einsetzen

Unterreichenbach. Aus Unterreichenbach gibt es wiederholt Meldungen aus der Bevölkerung zu Wildtieren auf Privatgrundstücken sowie Verwüstungen auf den Friedhöfen in Kapfenhardt und Unterreichenbach. „Auf dem Friedhof Unterreichenbach sind bereits Ultraschallgeräte aufgestellt worden“, berichtete Bürgermeister Lukas Klingenberg – zur Abschreckung.

Waschbär
Waschbären in Wohngebieten wie hier in Berlin sorgen zunehmend für Unmut bei Anwohnern. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Diese hätten die Lage zwar verbessert, das Problem jedoch nicht vollständig gelöst, weshalb ein Stadtjäger nun der nächste logische Schritt sei. „Wir schlagen vor, Klaus-Peter Schliffka als Stadtjäger für die Gemeinde einzusetzen“, so der Rathauschef.

Ein Stadtjäger sei nicht mit einem regulären Jäger gleichzusetzen, erläuterte Klingenberg. Ihm zufolge darf er in sogenannten befriedeten Bezirken tätig werden, also dort, wo die normale Jagd grundsätzlich nicht ausgeübt wird. Voraussetzung sind ein Jagdschein, die Berechtigung zur Jagdausübung und eine Zusatzausbildung. Für die Bürger soll so künftig ein fachlich qualifizierter Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn es Konflikte mit Wildtieren im bebauten Bereich gibt. Schliffka, der seit 2022 in Pforzheim als Stadtjäger eingesetzt ist, machte deutlich: „Das heißt nicht, dass der Stadtjäger mit dem Gewehr durch die Gemeinde läuft.“ In 90 bis 95 Prozent der Fälle gehe es zunächst um Beratung, erst danach um Vergrämung, Fallen oder andere Maßnahmen. In der darauffolgenden Diskussion ging es vor allem um Kosten, Zuständigkeiten und den konkreten Umgang mit Waschbären.

Waschbären werden oft erlegt

Gemeinderätin Nicole Kratzert hat in Dennjächt selbst Bilder der Tiere gemacht. Ratskollege Robin Kaiser fragte nach Preisen. „Für die Gemeinde entstehen keine festen Kosten“, erläuterte Klingenberg. Beratungen oder Einsätze würden grundsätzlich den jeweiligen Grundstücks- oder Gebäudeeigentümern in Rechnung gestellt. Nur wenn die Gemeinde selbst Auftraggeberin sei, etwa auf Friedhöfen, fielen Kosten an.

Schliffka erklärte, er prüfe jeden Fall zunächst einzeln. Fallen seien mit Meldern ausgestattet und müssten nach Auslösung innerhalb von zwölf Stunden kontrolliert werden. Er verfahre danach mit dem gefangenen Tier nach Vorschrift. Bei Waschbären beispielsweise sei ein Aussetzen an anderer Stelle nicht vorgesehen. Sie müssten in der Regel erlegt werden, so Schliffka. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu, die Einsetzung Schliffkas auf den Weg zu bringen. Bevor er aktiv werden kann, müssen allerdings noch die örtliche Jägerschaft und der Polizeivollzugsdienst angehört werden. Gibt es dort keine Bedenken, kann Schliffka bis auf Widerruf als Stadtjäger eingesetzt werden.