Gemeinden der Region
Kämpfelbach -  17.03.2026
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Wasserschutz zur Sprache gebracht: Neues Kämpfelbacher Feuerwehrhaus braucht Bebauungsplan

Kämpfelbach. Die Stühle in der Bilfinger Weinbrennerkelter sind gut besetzt, so gut wie selten. Platz genommen haben auf ihnen nicht nur Bürger, sondern auch etliche Männer und Frauen in blauen Uniformen: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Dass sie die Kämpfelbacher Gemeinderatssitzung am Montagabend interessiert verfolgen, hat einen guten Grund: Auf der Tagesordnung steht der Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses, genauer gesagt das Bebauungsplanverfahren, das es dafür zwingend braucht.

Direkt neben der Bahnlinie (links), am Kreisverkehr zwischen Ersingen undBilfingen, soll dereinst das neue Feuerwehrhaus entstehen. Weitere Weichen für das Millionenprojekt hat der Gemeinderat gestellt.
Direkt neben der Bahnlinie (links), am Kreisverkehr zwischen Ersingen undBilfingen, soll dereinst das neue Feuerwehrhaus entstehen. Weitere Weichen für das Millionenprojekt hat der Gemeinderat gestellt. Foto: Nico Roller

Im Dezember durch den Aufstellungsbeschluss formal in Gang gebracht, ist inzwischen die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und Träger öffentlicher Belange gelaufen. Mit dem Ergebnis, dass es keinen Grund zur Sorge gibt, zumindest nicht aus planerischer Sicht. Denn die eingegangenen Stellungnahmen bewertet das beauftragte Fachbüro durchweg als unkompliziert. Will heißen: Durch kleinere Anpassungen und Änderungen kann man ihnen entsprechen. Unter anderem geht es um das Berücksichtigen einer Gas-Hochdruckleitung im südlichen Bereich des Baugrundstücks, um klarstellende Formulierungen zum Artenschutz und um den Oberboden, der bei den Erschließungsarbeiten ausgegraben wird: Weil er als hochwertig gilt, soll er anschließend nicht einfach entsorgt werden, sondern landwirtschaftlichen Flächen in der Region zugutekommen. Wo genau, steht noch nicht fest.

Insgesamt haben die Gemeinde 15 Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange erreicht. Darunter eine, die Christine Fischer (MuM) große Bauchschmerzen bereitet, weil sie davor warnt, das Feuerwehrhaus in einem Wasserschutzgebiet der Zone zwei zu bauen. Fischer sorgt sich um die nahe gelegene Röschwiesenquelle, auch mit Blick auf die Versiegelung von Flächen. Ihre Befürchtung: Die Schüttung der seit Jahren nicht mehr für die Trinkwassergewinnung genutzten Quelle könnte weiter zurückgehen. Bedenken, die das Planungsbüro nicht teilte. Es verwies auf Abstimmungen mit Ämtern und Behörden, die darauf achten, dass eine Gefährdung des Wasserschutzgebiets ausgeschlossen ist. Sicherstellen will man das unter anderem durch wasserundurchlässige Böden in allen Bereichen, in denen potenziell trinkwassergefährdende Stoffe zum Einsatz kommen könnten. Bei einer Enthaltung hat der Gemeinderat dem Abwägungsbeschluss zugestimmt, den überarbeiten Entwurf gebilligt und in die formale Offenlage gegeben. Mit dem Neubau des Feuerwehrhauses befasst sich das Gremium schon seit geraumer Zeit. Entstehen soll es dereinst beim Kreisverkehr, der zwischen Bilfingen und Ersingen liegt.