Wegen Bakterien: Tiefer See in Maulbronn gesperrt - auch übers Wochenende
Maulbronn. Neben dem Klosterhof ist der Tiefe See in Maulbronn im Sommer für viele Einheimische und Gäste Dreh- und Angelpunkt. „Der Tiefe See wird vor allem an Wochenenden von erfreulich vielen Badegästen genutzt, die teilweise auch aus den Ballungszentren Ludwigsburg, Stuttgart und Heilbronn anreisen“, erklärt die Maulbronner Pressesprecherin Ulrike Fegert. An diesem Wochenende stehen der Region erneut heiße Tage bevor – auf das Badevergnügen im Tiefen See müssen die Maulbronner vorerst aber wohl verzichten.
Eine regelmäßige Überprüfung durch das Enzkreis-Gesundheitsamt hat in dieser Woche einen erhöhten Wert an Enterokokken ergeben. „Aus diesem Grund muss der See vorläufig für das Baden gesperrt werden“, teilt die Stadt Maulbronn am Donnerstag mit. Enterokokken sind Bakterien, die in der Darmflora vorhanden und grundsätzlich harmlos sind. In erhöhter Konzentration können sie aber zu Durchfall und Erbrechen führen.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Gesundheitsamt wird in den kommenden Tagen eine weitere Kontrolle des Gewässers vornehmen. Erst wenn sich die Werte in einem unbedenklichen Bereich bewegen, könne man den See für Badegäste wieder freigeben. Fegert weiter: „Da wir davon ausgehen, dass die erhöhten Bakterienwerte von Sedimenteinspülungen infolge der schweren Regenfälle der vergangenen Tage herrühren, hoffen wir auf eine schnelle Verbesserung mit der aufkommenden Schönwetterlage.“ Das Gesundheitsamt verdeutlicht: „Eine Wiederfreigabe ist abhängig von der Laboruntersuchungsdauer und natürlich vom Untersuchungsbefund.“ Die Nachprobungen werden durch das Gesundheitsamt überwacht, erklärt Enzkreis-Sprecher Jürgen Hörstmann. Einträge durch beispielsweise Einschwemmungen verflüchtigten sich selbst wieder. Die Zeitdauer dafür sei unterschiedlich.
Auch Bürgermeister Aaron Treut hadert mit der kurzfristigen Sperrung: „Eine Sperrung des Tiefen Sees ist gerade in den Sommerferien sehr bedauerlich – aber die Gesundheit unserer Badegäste geht vor“, sagt er. Besucherzahlen zum Tiefen See liegen der Stadt Maulbronn keine vor, da der See seit 2020 als offenes Badegewässer geführt wird. Zuvor war die Einrichtung als Naturfreibad geführt worden, damals mussten Badegäste für die Benutzung auch noch Eintritt bezahlen.
Auch in der Vergangenheit musste der Tiefe See schon gesperrt werden, aber nicht wegen Enterokokken. 2019 durfte der See aufgrund von Blaualgen – sogenannten Cyanobakterien – für die Dauer von einer Woche nicht genutzt werden, so Hörstmann.
Ähnlicher Fall an der Ehmetsklinge bei Zaberfeld
Erst kürzlich war die Ehmetsklinge bei Zaberfeld (Landkreis Heilbronn), 15 Autominuten vom Tiefen See in Maulbronn entfernt, ebenfalls aufgrund schlechter Wasserqualität gesperrt. Das Baden war vom 10. August bis zum Mittwoch dieser Woche aufgrund von erhöhten Werten an Coli-Bakterien und Enterokokken – wie in Maulbronn – verboten. Vermutlich war der Badesee durch den Kot von Wasservögeln verunreinigt worden. Davon ging das dortige Kreisgesundheitsamt bis zuletzt aus. Wie der SWR berichtete, haben Bürgermeisterin Diana Danner und die Gemeinde rund 140 Nilgänse gezählt. Dieser erhöhte Bestand müsste reguliert werden. Seit dem 1. August dürfen die Nilgänse geschossen werden.
