Gemeinden der Region
Birkenfeld -  23.02.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Wegen Schäden im Birkenfelder Forst: Wald wird nun schnell verjüngt

Birkenfeld. Im Birkenfelder Forst gibt es Trocken- und Käferschäden, klimastabilere Arten werden jetzt gezielt neu gepflanzt. Daher soll mehr gejagt werden.

Was im Birkenfelder Forst 2026 und künftig geplant ist, zeigen hier Revierleiter Martin Hemme und Forstamtsleiter Andreas Roth (von links)
Was im Birkenfelder Forst 2026 und künftig geplant ist, zeigen hier Revierleiter Martin Hemme und Forstamtsleiter Andreas Roth (von links) Foto: Wewoda

Zutrauliche Rehe und sattgrüne Bäume: Märchenhafte Vorstellungen vom hiesigen Wald haben nicht immer etwas mit der Realität zu tun angesichts von Trockenschäden und Borkenkäferbefall. Die sind auch im Birkenfelder Forst an einigen Stellen sichtbar, zum Beispiel im Bereich des Waldkindergartens. „Der Fichtenbestand ist fast zur Hälfte weg, da sitzt der Käfer drin“, informierte Revierförster Martin Hemme den Gemeinderat. „Wenn der Käfer zulangt, wird von den Fichtenbeständen gar nichts übrig bleiben“, so Hemme. Deshalb sind „Verjüngung“ und „Durchforstung“ die Gebote der Stunde.

Dabei werden im Wald ältere und in ihrem weiteren Fortbestand gefährdete Bäume durch klimastabilere Exemplare ersetzt. So wird der Forst vorbereitet auf eine absehbar immer heißere und trockenere Zukunft, also fit gemacht für die künftigen Umweltbedingungen. Zumindest an der Vorstellung vom Wild, das sich dem Förster voller Vertrauen nähert, scheint in Gräfenhausen etwas dran zu sein. Der für Birkenfeld und Engelsbrand verantwortliche Martin Hemme: „Die Rehe können mit der Durchforstung relativ gut umgehen.“ Sie seien laut Hemme oft in der Nachbarschaft zu sehen, wenn im Wald gearbeitet werde. „Die Rehe haben so viel Ruhe in Gräfenhausen, dass sie bei der Maßnahme interessiert zuschauen“, beschreibt Hemme die Situation. Dem Wild gehe es hier sehr gut, ihm werde relativ wenig nachgestellt, stellt er dazu fest. Dies kann umgekehrt aber auch zum Problem werden: „Wir haben eine große Verbissproblematik“, sagte Bürgermeister Martin Steiner im Gemeinderat. Mit Blick auf die Jagdpächter müsse definitiv mehr Rehwild geschossen werden, um die Verbissproblematik bei der Verjüngung und dem Waldumbau in den Griff zu bekommen. Hemme sagte: „Wir hängen bei der Verjüngung hinterher und haben noch neun Jahre Zeit, um auf den angestrebten Stand zukommen.“ Martin Steiner habe die Verjüngung aber zur Chefsache erklärt.

Bei der Neubepflanzung wolle man mit den jeweiligen Jägern ins Gespräch gehen, um der Verbissproblematik Herr zu werden. Der Wirtschaftsplan für den Birkenfelder Wald 2026 erwartet in der eigentlichen Holzproduktion einen Umsatz von rund 340.000 Euro bei Gesamtkosten von rund 299.000 Euro. Damit würde der Wald ein Ergebnis von rund 41.000 Euro Plus erwirtschaften. Die Erhaltung und Förderung der sozialen Funktion des Waldes werde mit rund 3000 Euro Zuschüssen gefördert, verzeichne aber hohe Aufwendungen für die Waldpädagogik mit 24.000 Euro neben dem normalen Forstservicebeitrag von rund 19.000 Euro. Dieser Bereich schließe mit 41.000 Euro Verlust. Gemeinderat Jürgen Feuerbacher (Unabhängige Grüne Liste) wollte „die Kosten aufgedröselt haben“ zur Waldpädagogik, insbesondere den Posten „Verbrauchsmaterial“ von 9000 Euro. Steiner sagte zu, hier aufzuklären. Insgesamt stehen Erträgen in Höhe von 422.000 Euro Aufwendungen von 419.000 Euro gegenüber, so dass im Waldwirtschaftsjahr 2026 ein geplanter Gewinn in Höhe von 3000 Euro entstehen würde. Wird die Waldpädagogik außen vor gelassen, die mit der Bewirtschaftung nichts zu tun habe, erreicht der vom Gemeinderat einstimmig genehmigte Plan für 2026 sogar ein Plus von rund 27.000 Euro.