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Keltern -  31.03.2026
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Weißstörche zurück in Keltern: Paar erobert Nest

Keltern/Remchingen. Zugvögel lassen sich auf der Barbarakirche in Ellmendingen nieder. Auch in Remchingen tut sich was.

Weißstörche kehren jedes Jahr zum selben Horst zurück.
Weißstörche kehren jedes Jahr zum selben Horst zurück. Foto: Antje Schultner

Seit Anfang März sind sie wieder in Keltern zu sehen – die beiden Weißstörche, die den vergangenen Winter im wärmeren Süden verbracht haben. Das Storchennest auf der Barbarakirche in Ellmendingen war bereits einige Tage von einem anderen Storch bewohnt gewesen, der jedoch von dem Storchenpaar innerhalb kurzer Zeit verwiesen wurde. „Es ist ziemlich sicher das Paar, welches im vergangenen Jahr leider vergeblich das einzige Storchenjunge aufgezogen hatte und dann noch einige Wochen vor Ort gewesen war“, heißt es in einer Pressemitteilung der NABU-Storchenbetreuer.

Monogam während Brutsaison

Dieser zufolge sind Weißstörche nicht im klassischen Sinne partnertreu, sondern horsttreu. Sie kehren jedes Jahr zum selben Nest (Horst) zurück und paaren sich oft wieder mit dem Partner des Vorjahres, wenn beide zufällig dort eintreffen. Dies wird als „Saisonehe“ bezeichnet, wobei sie während der Brutsaison monogam leben.

„Die Bestände des Weißstorchs haben sich in Baden-Württemberg nach starken Abnahmen in früheren Jahrzehnten in den letzten Jahren dank intensiver Schutzbemühungen glücklicherweise wieder erholt“, heißt es. 1975 habe es nur 15 Brutpaare gegeben. Derzeit werden auch Regionen vom Weißstorch wiederbesiedelt, in denen er lange nicht mehr gebrütet hat. Der NABU Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) überwachen den Bestand, pflegen Nester und schaffen Lebensräume wie Feuchtgrünland. Seit Jahren unterstützen engagierte Ehrenamtliche die ornithologische Forschung, indem sie unter anderem mittels Ringablesungen das Brutgeschehen an Horsten notieren und dann die von ihnen erhobenen Daten an Forschungseinrichtungen und Behörden weitergeben.

Antje Schultner beobachtet und dokumentiert für den Storchenschutz seit einigen Jahren die Weißstörche in ihrer Umgebung, momentan gibt es im Enzkreis lediglich drei Horste in Keltern, Mühlacker und neuerdings in Remchingen.

Der aus Keltern „vertriebene“ Storch hat sich nämlich in etwa fünf Kilometern Entfernung mit einer Partnerin auf der Nisthilfe in Remchingen niedergelassen, die er schon im vergangenen Jahr ausgewählt hatte. Aufgrund der Ringnummer weiß man, dass er 2024 in Gaggenau-Bad Rotenfels geschlüpft ist, er war bereits im darauffolgenden Sommer oft in Keltern und Remchingen auf den Grünflächen zu beobachten.

„Es bleibt zu hoffen, dass eine erfolgreiche Brut möglichst in allen genannten Horsten gelingt“, so der NABU.

In Mühlacker seien im vergangenen Jahr drei Jungstörche beringt worden.