Weniger Teilnehmer an Veranstaltungen zum 23. Februar: "Die Luft muss drinbleiben im Gedenktag"
"Irgendwie ist die Luft raus“, seufzt eine Pforzheimerin, die hier immer aktiv Farbe bekannte – und verbalisiert damit einen Eindruck, den man an diesem 23. Februar beim Besuch der klassischen Veranstaltungen gewinnen kann. Überall tun sich dort Lücken auf, wo früher Menschen dicht an dicht standen.
Ein Kommentar von PZ-Redakteur Claudius Erb
In dieser Stadt – auch im Gemeinderat – gibt es Stimmen, die gerne auf ein vielfältiges Programm verzichten und alles auf die Feierstunde beim Großgräberfeld reduzieren würden.



Und dann? Was, wenn in absehbarer Zeit nur noch einige wenige, irgendwann vielleicht gar keine Pforzheimer mehr zum Hauptfriedhof kommen? Was, wenn mit den Zeitzeugen nach und nach die Erinnerung stirbt? Keine Mahnung gegen Krieg und für Frieden, in diesen Zeiten? Das kann keiner wollen. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass sich bewährte und neue Formate gezielt auch an Kinder und Jugendliche richten. Dass auf kreative Art nachfolgende Generationen einbezogen werden – in das Erinnern und in die Suche nach Wegen, wie das „Nie wieder“ die kollektive Maxime ist und bleibt.
Die Stadtgesellschaft kann sich glücklich schätzen, dass viele Bürger großen Einsatz zeigen, um aus dem Gedenken ein Gestalten zu entwickeln. Der „Arbeitskreis 23. Februar“ hat kein Zeichen des Misstrauens wie jüngst im Gemeinderat verdient, sondern eines der motivierenden Wertschätzung. Die Luft muss drinbleiben im Gedenktag.
