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Bad Wildbad -  30.12.2025
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Wenn der Wald leuchtet: Lichterzauber auf dem Bad Wildbader Baumwipfelpfad lockt die Massen

Bad Wildbad. Der Lichterzauber auf dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad hat sich als winterliches Ausflugsziel etabliert. Die „Pforzheimer Zeitung“ hat sich vor Ort umgesehen und eine Zwischenbilanz gezogen. Es ist die Zeit „zwischen den Jahren“: Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter den Familien, der Jahreswechsel steht unmittelbar bevor. Für viele ist das die Gelegenheit für einen Ausflug – gern dorthin, wo es winterlich und stimmungsvoll ist. Im Nordschwarzwald führt dieser Weg derzeit für zahlreiche Besucher zum Lichterzauber auf dem Bad Wildbader Baumwipfelpfad.

Im Inneren des Aussichtsturms ist der Eindruck durch die Lichteffekte überwältigend.
Im Inneren des Aussichtsturms ist der Eindruck durch die Lichteffekte überwältigend. Foto: Dast-Kunadt

Seit drei Jahren gehört die winterliche Illumination dort nun schon zum Angebot, in dieser Saison kann sie noch bis zum 16. Februar besucht werden. Neu ist zudem der Rahmen, in dem sich der Lichterzauber präsentiert: Er wird als übergreifendes Beleuchtungskonzept umgesetzt, das neben dem Baumwipfelpfad auch die in dieser Saison illuminierte Hängebrücke Wildline sowie den Kurpark einbezieht. Tatsächliches Herzstück bleibt jedoch der rund 1,25 Kilometer lange Baumwipfelpfad Schwarzwald mit seinem etwa 40 Meter hohen Aussichtsturm.

Dass das Angebot auf großes Interesse stößt, zeigt sich bereits bei der Anfahrt zum Parkplatz auf dem Sommerberg: Es staut sich der Verkehr. Zwar lässt das Ordnungsamt die Fahrzeuge zunächst noch passieren, doch auf halber Strecke im Wald geht es nur noch stockend voran. Oben sind die Parkplätze vollständig belegt. Die Zufahrtskontrolle erfolgt per Kennzeichenerfassung, ein Ordner regelt den Verkehr.

Seitens der Betreiber fällt die Einschätzung der laufenden Saison positiv aus. „Der Lichterzauber wird auch in diesem Jahr wieder sehr gut angenommen“, heißt es von der Standortleitung des Baumwipfelpfads. Konkrete Besucherzahlen oder wirtschaftliche Kennzahlen werden während der laufenden Saison allerdings nicht veröffentlicht.

Und trotzdem: Der Eindruck vor Ort bestätigt diese Einschätzung. Kennzeichen aus Heilbronn, Stuttgart, Böblingen oder Karlsruhe prägen das Bild, vereinzelt sind auch weiter entfernte Regionen vertreten. Der Lichterzauber zieht an diesem Abend nicht nur Gäste aus der unmittelbaren Umgebung an. Am Eingang des Baumwipfelpfads zeigt sich, dass aus früheren Erfahrungen gelernt wurde. Während es im ersten Jahr des Lichterzaubers noch zu langen Wartezeiten kam, läuft der Einlass inzwischen deutlich strukturierter. Online-Tickets und QR-Code-Kontrollen sorgen dafür, dass Besucher trotz großen Andrangs zügig auf den Pfad gelangen.

Entlang des Rundgangs entstehen an den Balance- und Abenteuerstationen für Kinder immer wieder kurze Staus. Diese lassen sich umgehen oder mit etwas Geduld überbrücken. Die Stationen sind ebenso beleuchtet wie die großen Lichtfiguren, die auf dem Pfad, aber auch im Wald auf die Besucher warten. Insbesondere ein riesiger Fuchs, ein Eichhörnchen sowie ein Uhu sind wahre Publikumslieblinge und erweisen sich als beliebte Fotomotive. In den Baumwipfeln hängen rot schillernde Kugeln, die dem Wald eine festliche, aber nicht überladene Atmosphäre verleihen.

Höhepunkt des Rundgangs ist der Aussichtsturm. Im Inneren sorgen zahlreiche Lichtkugeln für eine besondere Stimmung. Die rund 55 Meter lange Tunnelrutsche, die sich spiralförmig nach unten windet, bleibt während des Lichterzaubers allerdings geschlossen – zur Enttäuschung vieler Kinder.

Währenddessen machen sich ganz oben auf der Plattform Wind und Kälte bemerkbar, der Ausblick lenkt jedoch davon ab: Auf den umliegenden Bergrücken des Nordschwarzwalds sind blinkende Warnlichter diverser Windparks und die Lichter entfernter Ortschaften zu sehen. Gegenüber hebt sich die farbig illuminierte Hängebrücke Wildline vom Dunkel ab.

Kritik gibt es vor allem bei der Bewirtung nach Verlassen des Turms. Glühweinmarken müssen im Shop erworben werden, der abends stark frequentiert ist. Am Bratstand sorgt eine knappe Personalbesetzung für lange Warteschlangen. Gerade an stark besuchten Wochenenden besteht hier noch Verbesserungsbedarf.

Unterm Strich bestätigt der Besuch dennoch den Eindruck der Betreiber: Der Lichterzauber entfaltet seine Wirkung als winterliches Ausflugsziel.

Genaue Zahlen bleiben zwar offen, doch der Besucherandrang spricht für sich. Lichtinstallation, Aussicht und Atmosphäre machen den Rundgang für viele zu einem lohnenden Ziel – besonders in der Zeit zwischen den Jahren, sicher aber auch darüber hinaus.

Technik und Energieaufwand

Rund 300.000 LEDs erhellen während des Lichterzaubers den Baumwipfelpfad und den Aussichtsturm. Zehn Kilometer Kabel sind für die Lichtinstallation nötig. Der tägliche Stromverbrauch liegt nach Angaben der Betreiber bei rund vier Kilowattstunden – das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch eines Ein- bis Zwei-Personen-Haushalts an einem Tag.

Zum Einsatz kommen warmweiße, energiesparende LEDs, die speziell für den Einsatz in der Natur konzipiert worden sind. Die Beleuchtung ist auf geringe Lichtemission ausgelegt und soll die Tierwelt möglichst wenig beeinträchtigen. Die Umsetzung erfolgte in Abstimmung mit dem zuständigen Förster.