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Mühlacker -  24.08.2024
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Wer wird Oberbürgermeister in Mühlacker? Erste Namen kursieren schon

Mühlacker. Zugegeben, es sind ja schon noch einige Monate bis zur Oberbürgermeister-Wahl in Mühlacker. Genauer gesagt wird im Oktober 2025 ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Oder der bisherige Rathauschef Frank Schneider wird von den Bürgerinnen und Bürgern im Amt bestätigt. Sofern er denn noch einmal antritt. Daran hängt vor allem im Nominierungsverfahren einiges ab. 2017 jedenfalls wurde Schneider – ohne Gegenkandidat – mit gut 96 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Aber wie läuft das im kommenden Jahr ab? Und wann äußert sich der Amtsinhaber?

Tritt Frank Schneider, Oberbürgermeister von Mühlacker, im kommenden Jahr noch einmal an – oder nicht? Die politische Landschaft in der Senderstadt spekuliert, dass sich der Rathauschef beim kommenden Neujahrsempfang über seine Zukunft äußern könnte.
Tritt Frank Schneider, Oberbürgermeister von Mühlacker, im kommenden Jahr noch einmal an – oder nicht? Die politische Landschaft in der Senderstadt spekuliert, dass sich der Rathauschef beim kommenden Neujahrsempfang über seine Zukunft äußern könnte. Foto: Meyer

Abhängig von vielen Faktoren

Gegenüber der PZ – und auch anderen Medien – war Schneider in den vergangenen Monaten eher zurückhaltend. Mitte März sagte er im Gespräch, dass die Frage, ob er für eine weitere Amtszeit kandidiere, zu früh komme. Er fügte aber auch verheißungsvoll an: „Ich würde gerne.“ Soll heißen: Es muss alles passen – auch gesundheitlich. Im vergangenen Jahr hatte ihn eine Krankheit über einen längeren Zeitraum ausgebremst. Der mittlerweile 62-Jährige musste sich einer Operation unterziehen, kehrte im vergangenen Oktober aber voller Tatendrang zurück ins Rathaus. Beim ersten PZ-Interview nach seiner Abwesenheit sagte Schneider: „Die Krankheit bremst mich nicht.“ Schon früh war er sich im Klaren darüber, als FDP-Vertreter auch wieder für den Kreistag kandidieren zu wollen. Der Einzug ist dem Mann aus Mühlacker zwar erneut gelungen – stimmenmäßig aber sicherlich nicht so, wie er sich das gewünscht hätte. Diese Faktoren werde er bei seiner Entscheidung sicherlich mit einbeziehen, ist der Tenor, wenn man sich in der politischen Landschaft in Mühlacker etwas umhört. Und: Die Neujahrsansprache 2025 erscheint eigentlich allen als geeigneter Zeitpunkt für die Bekanntgabe von Schneiders Entscheidung. „Jedenfalls nicht erst kurz vor Toreschluss“, wünscht sich CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle.

Warum also jetzt schon spekulieren? Ganz einfach: Der erste – am Oberbürgermeisterposten interessierte – Namen aus dem Gemeinderatsumfeld kursiert schon in der politischen Landschaft. Eine Bestätigung dafür gibt es aber noch nicht. Egal, ob ernst gemeint oder nicht: Ein Blick in die Vergangenheit verrät, dass es Kandidaten direkt aus Mühlacker immer schwer hatten. Bei der OB-Wahl 2001 unterlagen Frank Schneider und auch Günter Bächle damals klar Arno Schütterle. Dessen Unbeliebtheit war es zu verdanken, dass Rechtsanwalt Schneider 2009 mit über 60 Prozent der Stimmen schließlich doch den Chefsessel im Rathaus eroberte. Zudem hatte er in der Zwischenzeit als FDP-Fraktionsvorsitzender und Vorstand vom Gewerbe-, Handels- und Verkehrsverein Mühlacker seinen Bekanntheitsgrad gesteigert, erinnert sich Freie-Wähler-Chef Rolf Leo. Er glaubt nicht an eine „kommunale Kraft“, sollte der OB nicht mehr zur Verfügung stehen. „Die Leute wollen Schwung von außen.“

Eine Frage des Respekts

So oder so: „Ich frage ihn nicht und respektiere seine Entscheidung“, sagt Günter Bächle. Das gebühre der Respekt vor dem Amt. Denkbar seien dennoch beide Richtungen: Zwei Amtszeiten seien ausreichend, um die Pensionsansprüche zu begründen. Der gesundheitliche Faktor spiele sicherlich auch eine Rolle. Auf der anderen Seite habe Schneider immer auf das Stadtjubiläum 2030 hingearbeitet. Immerhin wäre er dann fast 70 Jahre alt.

Die SPD, sagt Fraktionsvorsitzender Paul Renner, werde sich nach der Sommerpause zusammensetzen und intern vielleicht mal erste Überlegungen bezüglich der OB-Wahl anstellen. Die Freien Wähler haben noch überhaupt keine Überlegungen getroffen. Sollte ein Kandidat benötigt werden, habe aber sicherlich auch der Landesverband der Freien Wähler jemanden im Fundus, mutmaßt Leo. Nur einen Namen, den er selbst ins Spiel bringt, könne seine Fraktion keinesfalls unterstützen.

„Michael Schwarz erhält sicherlich keine Unterstützung von uns. Er hat den ursprünglichen Gedanken der Freien Wähler mit Füßen getreten“, sagt Leo mit Blick auf die Auftritte des Pforzheimer Stadtrates in der Vergangenheit.

„Das wird alles sehr spannend“, sagt Paul Renner. Er erwartet einen „interessanten Herbst“ – in einem durch und durch politischen Jahr 2025 in Mühlacker.