Gemeinden der Region
Pforzheim -  02.02.2020
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Wetterdienst-Warnungen noch bis Dienstag - Bisher kaum Schäden in der Region, in Heidelberg wird Mann von Ziegel getroffen

Pforzheim/Enzkreis. Mit den Wetternachrichten ist es immer so eine Sache. Mal treffen die Prognosen zu, mal hätte man besser den Regenschirm einfach so auf Verdacht mitgenommen. Das gilt auch zumindest teilweise für die Warn-App NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die Warnmeldungen zu Unwettern oder Großbränden und anderen Katastrophen auf den Smartphones der Bevölkerung aufleuchten lässt. Am Wochenende wurde auf Dauerregen („amtliche Unwetterwarnung“) bis Dienstag, 12 Uhr, und auf Sturmböen („amtliche Warnung“) bis Montag, 8 Uhr hingewiesen.

Das gilt für Pforzheim, den Enzkreis und die benachbarten Orte im Landkreis Karlsruhe und im Landkreis Calw. Für ganz Baden-Württemberg gibt es eine Hochwasser-Warnung, wobei diese unspezifischer formuliert ist.

Ein Baum in Schräglage

Zumindest bis Sonntagabend blieb es in der Region jedoch weitgehend ruhig. "Sehr entspannt" sei die Lage trotz des Sturms gewesen, berichtete ein Polizeisprecher auf PZ-Anfrage. Größere Unwetter-Einsätze: Fehlanzeige.

Auffälligstes Unwetterereignis: Zwischen Straubenhardt-Schwann und der Schwanner Warte ist am Samstag ein Baum in Schräglage geraten, den die Feuerwehr dann sicherheitshalber komplett umlegen musste, bevor der Baum Schäden anrichten konnte.

Und auf der A8 kam ein 21-Jähriger wegen seiner nicht angepassten Fahrweise von der Fahrbahn ab und überschlug sich zweimal. Nasse Straßen, auf denen vielleicht das Wasser steht, können weiterhin ebenso zur Gefahr für den Verkehr werden, wie plötzlich abbrechende und auf die Straße gewehte größere Äste.

In der Heidelberger Altstadt hat sich am Samstagabend durch eine Windböe ein Dachziegel gelöst und einen 24 Jahre alten Mann am Kopf getroffen. Der Mann erlitt eine Platzwunde, wie ein Sprecher der Mannheimer Polizei am Sonntag sagte. Glücklicherweise habe der Ziegel ein eher weiches Material gehabt und der Verletzte konnte ambulant behandelt werden. Weil Laub die Gullis verstopft hatte, wurde außerdem in Heidelberg eine Bundesstraße überflutet. Laut Polizei reinigte die Feuerwehr die Gullis und die Straße war nach weniger als zwei Stunden wieder frei.

Im Main-Tauber-Kreis geriet außerdem eine Weinberghütte nach einem Blitzeinschlag in Brand. Die Heilbronner Polizei schätzt den Schaden auf rund 20 000 Euro

Laut DWD bleibt es noch bis Dienstagfrüh stürmisch im Land. Oberhalb von Tausend Metern seien Orkanböen, in exponierten Lagen sogar Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde möglich, sagte Nerding. Starke bis stürmische Böen und vereinzelte Sturmböen werden jedoch auch im Flachland erwartet. Weiter ist mit ergiebigem Dauerregen zu rechnen.

Die Warnungen für die Region im Detail

Amtliche Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen, bis 4. Februar, 12 Uhr: Es werden nochmals Niederschlagsmengen zwischen 80 l/m² und 120 l/m² erwartet. In Staulagen werden Mengen um 140 l/m² erreicht.

Amtliche Warnung vor Sturmböen, bis 3. Februar, 8 Uhr: Es treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 km/h (15m/s, 30kn, Bft 7) und 70 km/h (20m/s, 38kn, Bft 8) aus südwestlicher Richtung auf. Im Nordschwarzwald sind auch stärkere Böen zu erwarten.

Autor: tok/sw/dpa