„Wie ein Wunder“: Gestohlene Kindheitsfotos tauchen in Pforzheim wieder auf
Pforzheim/Neuhausen. Die 77-jährige Sonja aus Neuhausen hatte sich schon damit abgefunden, dass ihre gestohlenen Kindheitsfotos nie wieder auftauchen. Doch dann passiert etwas, womit niemand mehr gerechnet hat:
Einen Tag zuvor hatte Sonja K. schon gedanklich mit ihren Kindheitsbildern abgeschlossen: „Ich habe zu meinem Mann gesagt: Jetzt glaube ich nicht mehr, dass das Fotoalbum noch irgendwo auftaucht“, erzählt die 77-Jährige. Umso glücklicher war die Seniorin aus Neuhausen, als sich am Wochenende ihr Freund aus Pforzheim mit einer überaus frohen Kunde bei ihr meldete: Irgendjemand hatte die verschwundene schwarze Tasche mit dem Album vor dessen Haustür im Haidach abgestellt.
„Das ist wie ein Wunder“, sagt Sonja K. überglücklich.
Denn nun hat sie die einzigen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugendzeit wieder, die vor einigen Wochen spurlos verschwunden waren – Fotos aus dem Kindergarten, vom Weißen Sonntag, Klassenbilder und Aufnahmen von ihr als Baby mit ihrer Großmutter.
Schwerer Schlag
„Vielleicht hat sich jemand einen Streich erlaubt und war dann doch einsichtig, dass etwas für jemanden sehr wichtig sein kann, das für einen selbst keinen Wert hat“, sagt die Neuhausenerin. Sie vermutet, dass es vielleicht Kinder oder Jugendliche gewesen sein könnten, die die Tasche vor einigen Wochen mitgenommen haben.
Die Tasche hatte der Pforzheimer Freund, der Fotokopien von den alten Bildern machen und damit Sonja K.s Lebensgeschichte aufzeichnen wollte, nur ganz kurz vor seiner Haustür im Haidach abgestellt, um etwas aus der Garage zu holen. Als er nur ein paar Minuten später wiederkam, war die Tasche mit all den Erinnerungen aus der Kinderzeit weg – ein schwerer emotionaler Schlag für Sonja K., die sich deswegen an die PZ wandte. Denn auch die Hoffnung, dass der Dieb die Tasche vielleicht doch irgendwo im Wohngebiet abgestellt hat, und eine mehrstündige Suchaktion am nächsten Tag blieben ohne Ergebnis. Bis nun die frohe Kunde kam.
Noch hat Sonja K. das Album nicht bei ihrem Freund in Pforzheim abgeholt, der sich wegen des Verlusts große Vorwürfe gemacht habe und nun ebenso erleichtert und glücklich sei wie sie selbst:
„Jetzt glaube ich wieder an die Menschheit“, sagt Sonja K.
